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15 Jahre Aktionsplan zur Gleichstellung von Frau und Mann

15 Jahre Aktionsplan zur Gleichstellung von Frau und Mann

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG hat vor einem Jahr die Bilanz zum Aktionsplan der Schweiz 1999 – 2014 publiziert. Der Bericht ist eine wertvolle Orientierungshilfe: Wo stehen wir in Gleichstellungsfragen, wo ist dringender Handlungsbedarf? Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG) ist seit dem 1. Juli 1996 in Kraft, also im kommenden 2016 seit 20 Jahren. Eine gute Gelegenheit, im Jubiläumsjahr die Anliegen ins öffentliche Licht und zur Debatte zu stellen.
 

Der neue Artikel 4 Absatz 2 der Bundesverfassung wird am 14. Juni 1981 mit 60 Prozent Ja-Stimmen vom Schweizer Volk angenommen:

«Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.»

Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG) ist seit dem 1. Juli 1996 in Kraft. Den ganzen Wortlaut finden Sie hier http://www.admin.ch/ch/d/sr/1/151.1.de.pdf  

Erster Aktionsplan von 1999 

Die Forderungen der 4. UNO-Weltfrauenkonferenz in Beijing von 1995 sind immer noch visionär und beeindruckend. Sie haben den Niederschlag im Aktionsplan von 1999 des Bundesrates mit einem Geleitwort von Bundespräsidentin Ruth Dreifuss gefunden. Zitat: “Partnerschaft von Frauen und Männern ist eine Voraussetzung für das Funktionieren jeder demokratischen Gesellschaft.” Der Aktionsplan der Schweiz zur Gleichstellung von Frau und Mann ist der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden. In St. Gallen liegt zum Beispiel einer in der Bibliothek der Redaktionsleitung von ostschweizerinnen.ch! Und hier der Link http://www.bundespublikationen.admin.ch/de/publikationen/detailansicht.html?

 Bilanzierungsbericht 1999 – 2014 zum Aktionsplan

Der Bericht beleuchtet die Themen Armut, Bildung, Gesundheit, Gewalt, Bewaffnete Konflikte, Wirtschaft, Macht- und Entscheidungspositionen, Institutionelle Mechanismen, Strukturen und Finanzen, Menschenrechte, Medien, Umwelt, Mädchen.

Medien

Als Beispiel legen wir hier den Fokus auf das Thema Medien: Repräsentation von Frauen in den Medien, geschlechtergerechte Berichterstattung, Ausbildung von Medienschaffenden, neue Medien, Werbung.

Umsetzung bis heute

Geschlechterstereotype sind in den Medien weit verbreitet. Bei der Darstellung von Frauen und Männern werden oft stereotype Rollenbilder vermittelt und problematische Werthaltungen unterstützt. Gemäss Statistik kommen zudem die Frauen in den Meldungen der Tageszeitungen in der Deutschschweiz zu 19 % vor, und Frauen sind in leitenden Funktionen der Medienbranche deutlich in der Unterzahl, verantwortliche Medienschaffende bei der Tagesschau in der Deutschschweiz: 26 %.

Best Practices

Schweizerische Lauterkeitskommission

Diese Organisation engagiert sich gegen erniedrigende Frauenbilder in der Werbung.

www.lauterkeit.ch

Leitfaden zu einer gender-gerechten Berichterstattung in den Medien

Gender-Medien-Leitfaden

Fazit: der Handlungsbedarf ist gross

Frauen sind in den Medien unterrepräsentiert, die Berichterstattung ist zu wenig geschlechtergerecht, und in der Werbung sind stereotype und sexualisierte Bilder von Frauen und Männern weit verbreitet. Eine besondere Herausforderung stellen die neuen sozialen Medien dar.  Es braucht

  • Förderung des Einbezugs von Geschlechterfragen in die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden
  • Ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei den Medienschaffenden auf allen Hierarchiestufen
  • Bekämpfung von frauen- und männerverachtenden Darstellungen in der Werbung und medialen Berichterstattung
  • Stärkung der Medienkompetenz von Jugendlichen und von Massnahmen zur Bekämpfung sexistischer und pornographischer Darstellungen, insbesondere in den neuen Medien und Gratiszeitungen.

Die Publikation kann auf der entsprechenden Webseite des Bundes abgerufen oder gratis als Druckexemplar bestellt werden.

Hauptbild: Coverbild Bilanzierungsbericht

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