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Mehr Mütter braucht es in der Politik

Mehr Mütter braucht es in der Politik

Drei Frauen regieren seit ein paar Wochen und alle haben keine Kinder. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob dies eine freiwillige oder unfreiwillige Ursache hat. Bundesrätin Viola Amherd sagt jedenfalls, sie hätte nie Bundesrätin werden wollen, hätte sie Kinder.

Im Bundeshaus hat es aber durchaus Mütter, aktuell zum Beispiel Mattea Meyer und Andrea Geissbühler. Sie rufen die Schweizerinnen auf: «Mütter, wagt euch in die Politik». Andrea Geissbühler gebar jedenfalls all ihre drei Kinder während ihrer Amtszeit als Nationalrätin. Und bei zweien sei sie kurz vor der Geburt noch im Bundeshaus gewesen. Ihr Kind würde sie aber nicht im Saal stillen wollen, in einem Nebenzimmer aber schon. Geissmann betrachtet die ganze Sache als Frage der Organisation. Sie rät Müttern aber aufgrund ihrer Erfahrungen, erst in die Politik einzusteigen, wenn die Kinder grösser sind.

Mattea Meyer eilte extra für den Abstimmungskrimi zur AHV-Reform ins Parlament, obwohl sie krank geschrieben war. Damit hat sie fast die Reform gerettet, die schliesslich später vom Volk bachab geschickt worden war. «Kinder sensibiliieren dafür, nicht nur die eigenen Interessen ins Zentrum zu stellen. Das sollte auch für die Gesellschaft gelten: Stärkere unterstützen Schwächere», ist Meyer überzeugt.

Doch beide Frauen erleben auch Einschränkungen, welche die Mutterschaft mit sich bringt. Polizistin Geissbühler gab ihren Beruf auf, weil sie ihr Kind nicht fremdbetreuen lassen will. Ihr Ehemann nimmt während ihrer Abwesenheiten nicht mehr die ganz grossen Aufträge an und auch die Grosseltern werden zur Unterstützung eingesetzt. Und Meyers teilen sich die Betreuungstage auf und nehmen die Kita zuhilfe. Und auch bei ihnen kommen die Grosseltern zum Einsatz, wenn die Politikerin Session hat.

Die Schweiz sei kein familienfreundliches Land, nicht in der Politik und nicht in der Wirtschaft, finden die zwei Politikerinnen und Mütter. Es werde oft eine grosse Präsenzzeit verlangt – dies lässt sich mit der Elternschaft nicht leicht verbinden. Der Mythos Milizparlament werde von jungen Eltern entlarvt. Es liege kein weiterer Job drin. Glücklich ist deshalb, wer Job, Politik und Mutterschaft perfekt verbinden kann.

Den einen und anderen Termin muss eine politisierende Mutter halt einfach absagen. Und sie wird auch immer wieder gefragt, wo denn ihr Kind gerade sei und wer es betreue. Das zeige, dass man noch lange keine Gleichberechtigung habe, denn einen Vater fragt man das nie. Das Muttersein müsste längst wieder aufgewertet werden, sind doch die Kinder die Zukunft der Schweiz. Eine Aufwertung der Mutterschaft gibt es aber nur, wenn mehr Mütter Politik machen.

Bild: Nationalrätin Andrea Geissbühler macht den Spagat zwischen Politik, Job und Mutterschaft.

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