2026 ist ein Wiborada-Jahr
2026 steht St. Gallen ganz im Zeichen der Stadtheiligen Wiborada, der ersten Frau weltweit, die 1047 in Rom von Papst Clemens II posthum heiliggesprochen wurde. Wiborada gilt unter anderem auch als Schutzpatronin der Bibliotheken und Bücherfreunde. Ihr Gedenktag wurde immer am 2. Mai als Eigenfeier des Bistums St. Gallen begangen.
Laut Vita I: Auf Grund ihres vorausgesagten Ungarneinfalls, riet Wiborada dem Abt Engilbert vom Kloster St. Gallen, die Schätze des Klosters in Sicherheit zu bringen, und zwar auf die Insel Reichenau. Wiborada, Inklusin St. Gallens Kirche St. Mangen, wurde aber von den Ungarn getötet. Danach war die Kirche St. Mangen über Jahrhunderte hinaus Ziel vieler Wallfahrer. «Wir möchten diese inspirierende Frau, die St. Gallen vor der Zerstörung bewahrt hat, ins kollektive Bewusstsein einschreiben und ihre Bedeutung für die Gesellschaft sichtbar machen. Das Jubiläumsjahr ist breit angelegt und umfasst verschiedene Ausstellungen, Bildungsangebote, künstlerische Interventionen, Diskussionsformate und partizipative Veranstaltungen. Und natürlich ein Fest bei St. Mangen am 2. Mai 2026», schreibt der Verein Wiborada Jubiläum 2026.
Übrigens: Im Juli 2025 ist im Reclam-Verlag das Buch «Vitae sanctae Wiboradae» erschienen: «Eine Lebensbeschreibung der heiligen Wiborada von St. Gallen». Die Publikation in Lateinisch und Deutsch entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftsbibliothek St. Gallen und ist dort auch erhältlich.
Die Veranstaltungen und Feierlichkeiten für die vor 1100 Jahren verstorbene Inklusin wird von zwei grossen Ausstellungen begleitet: Die Stiftsbibliothek widmet ihre Sommerausstellung dem Thema «Frauenleben – Spuren weiblicher Lebenswege im Mittelalter». Das Kulturmuseum geht mit «zurückgezogen zugewandt. Klosterfrauen heute» der Frage nach, was Frauen in unserer Zeit bewegt, einen spirituellen Weg zu gehen. Vor dem Hintergrund von Wiboradas Vita werden Frauen selbst zu Wort kommen und von ihren Lebensentwürfen erzählen. Diese Ausstellung im Kulturmuseum St. Gallen kann vom 25. April bis zum 4. Oktober 2026 besucht werden.