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99 Prozent Frauenpower und ein einziger Chef

99 Prozent Frauenpower und ein einziger Chef

MSC ist eine Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen expandiert stetig und selbst in schwierigen Zeiten für die Kreuzschifffahrt und den Tourismus allgemein, wurde weder Personal entlassen, noch mussten Löhne gekürzt werden. Liegt der Erfolg vielleicht in der Frauenpower? Sie wüssten unkompliziert zu haushalten, seien innovativ und hielten das Budget in der Hand, sagt René Mägli, Chef der MSC Basel.

“Arbeitnehmerinnen und Arbeiter dürfen aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden, namentlich nur unter Berufung auf den Zivilstand, auf die familiäre Situation oder, bei Arbeitnehmerinnen, auf eine Schwangerschaft”.

 

Das Bundesgesetz über die Gleichstellung gibt die Leitlinien vor und spricht eine klare Sprache. Nun ist es aber so, dass die erfolgreiche Reederei MSC bis auf den Chef fast nur Frauen beschäftigt. 79 waren es im Jahr 2010 in der Basler Reederei – und damit ein stattlicher Durchschnitt von 99 Prozent. Weltweit sind einige Männer im Service oder in der Kundenberatung auszumachen. Die grosse Frauenpräsenz habe sich einfach so ergeben, man spreche in Stelleninseraten aber nicht bloss das weibliche Geschlecht an, ist von leitender Stelle zu hören. Wäre es also ein Problem, wenn sich ein Mann in Basel bewerben würde? “Nein”, meint René Mägli und gibt zu bedenken, dass nur die Qualifikation letztlich zähle. Er könnte sich auch nicht vorstellen, wie eine Absage formuliert werden müsste, wenn ein Mann des Geschlechtes wegen, als Bewerber ausgeschlossen würde.

 

Fakt aber ist: Die Reederei MSC ist so gut wie in Frauenhand und hat einen hervorragenden Namen. Die elf Kreuzfahrtschiffe sind weltbekannt und bieten traumhafte Ferien für verschiedenartigste Zielgruppen in märchenhaft schönen Destinationen. Könnte es das Verdienst der Frauen sein, dass MSC die widrigen Bedingungen im Tourismus offenbar weniger zu spüren bekommt? Er registriere kaum Machtkämpfe unter den Frauen, sagt der Chef. “Frauen arbeiten kostenbewusst, sind innovativ und setzen Prioritäten”. Für sie sei es das “tägliche Business”, denn auch daheim beschäftigten sie sich mit dem Wohlergehen der Familie und hielten gleichzeitig das Budget im Griff.

 

Von wegen Zickenterror

 

Oft ist die Rede von Zickenterror, wenn Frauen nur unter Geschlechtsgenossinnen arbeiten. Fachleute raten allenfalls zu gemischten Teams. Woran also liegt der Erfolg von MSC Basel? Ist René Mägli ein Frauenflüsterer? Versteht er es besser als andere, Frauen zu motivieren und in Hochform auflaufen zu lassen? Fakt ist, dass MSC Basel auch in schlechteren Zeiten keine Löhne kürzte oder gar Menschen entliess. Ist das Erfolgsgeheimnis vielleicht die Dankbarkeit der Frauen für eine sichere und abwechslungsreiche Arbeitsstelle, auch in höheren Positionen und selbst im Management?

 

Bei MSC arbeiten die Frauen in allen Funktionen. Und der Erfolg zeigt, dass dies offenbar gewinnbringend und möglich ist. Auf Kreuzfahrtschiffen mit weiblichen Namen wie Musica, Sinfonia, Divina oder Aida werden Reisen angeboten, die besonders günstig sind und auch bezüglich der Leistungen nichts vermissen lassen. Mal wird das Schiff zum Lego-Spielzimmer, dann zum telemedizinischen Service, mal wird die Renaissance belebt, dann wieder dem Weingott Bachus gehuldigt und schliesslich wird die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft auf hoher See genossen. Die Baby- und Kleinkinderreisen in Partnerschaft mit dem Unternehmen “Chicco” sind mit Sicherheit in weiblichen Köpfen ausgeheckt worden. MSC  sponsert zudem Sportprogramme, Mister- und Missenwahlen (zu genau gleichen Teilen) und unterstützt grosszügig das Kinderhilfswerk Unicef. In MSC-Kreuzfahrtschiffen finden behinderte Menschen Platz, die sonst nicht befördert werden (selber erlebt). Bei MSC sollen neben den Familien aber immer auch ältere Menschen, Singles, Paare und Gruppen angebots- und kostentechnisch zufrieden sein. Die Frauen-Crew will dies auch weiterhin erhalten und gar ausbauen.

 

Hier geht es zum Gleichstellungsgesetz:

www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19950082/index.html#a3

Und hier finden Sie Neues und Wichtiges über MSC:

www.kreuzfahrten.de/Reederei/MSC-Kreuzfahrten-16.html

Es gibt wenige Unternehmen, die (fast) ganz in Frauenhand sind. MSC Basel ist eines davon. Hier liegt der Durchschnitt an weiblichen Kräften bei 99 Prozent. Chef René Mägli sagt, das habe sich einfach so ergeben und sei nicht extra so gewollt. Fakt aber ist, MSC expandiert und musste selbst in Krisenjahren keine Entlassungen aussprechen und keine Löhne kürzen. Wenn dies nicht an der umsichtigen Arbeit der Frauen liegt, woran dann wohl?

Hauptbild: MSC

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