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Der Wald hat eine lange Kulturgeschichte

Der Wald hat eine lange Kulturgeschichte

Genutzt, zerstört und nun geschützt. Die Beziehung der Menschen zum Wald hat seit jeher grosse Bedeutung. Das hat die Kultur, die Kunst und die Literatur beeinflusst, das zeigt die neue Ausstellung «Im Wald. Eine Kulturgeschichte» im Landesmuseum Zürich, die bis zum 17. Juli 2022 zu sehen ist.

 

«Wer hat dich du schöner Wald, aufgebaut so Hoch da droben», ( Eichendorff). Die Beziehung des Menschen zum Wald spiegelt sich in zahlreichen Kunst- und Literaturwerken wider. Während Künstler und Literaten den Wald in der Romantik als Rückzugsort und Quelle der Ruhe inmitten einer zunehmend beschleunigten Welt sahen, wurde er in der klassischen Moderne zur reinsten Form von Ästhetik und Erhabenheit hochstilisiert.

Rückzugsort

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Thema Wald in der Kunst immer mehr zu einem politischen Statement gegen die fortschreitende Umweltzerstörung. Dieser Grundgedanke ist bis heute geblieben, auch wenn die Formen und Mittel jetzt anders gelagert sind als noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig sind die Vorstellungen aus der Romantik präsenter denn je. Der Wald ist wieder Ort der Besinnlichkeit, Quelle der Ruhe und der Entspannung. Immer mehr Menschen suchen und brauchen diesen Rückzugsort.

Der Wald wurde mit der wachsenden Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert zunehmend zerstört, und mit ihm ein grosser Teil der Fauna und Flora. Doch nicht alle Menschen sind an den wirtschaftlichen Aspekten interessiert. Schon der Naturforscher und Mitbegründer des Schweizerischen Nationalparks Paul Sarasin (1856-1929) setzte sich für den Schutz der Natur ein. Und Bruno Manser kämpfte in 1980er Jahren gegen die Abholzung des Regenwaldes. (Quelle: Landesmuseum)

Und apropos Eichenwald

«Südwestlich von Murten gibt es ein Schweizer Unikum.: Eine Gemeinde ohne Einwohnerinnen und Einwohner, aber mit Eichen aus der Geburtsstunde der Nachhaltigkeit. Die 257 Hektaren Wald südwestlich von Murten sind unbewohnt. Die Besonderheit dieses Waldes: Er ist eine eigene geografische Gemeinde, dem Staat Freiburg zugeteilt. Offizieller Name: Staatswald Galm. Er hat auch ein eigenes Wappen: Eine Eiche, unter der drei Eicheln liegen. Entstanden ist dieses Unikum am Ende der Helvetischen Republik, im Zuge der territorialen Neuordnung der Schweiz. Der Galm-Wald wurde Freiburg zugeschlagen und aufgeteilt. Das Kernstück ging in direkten Kantonsbesitz über.

Der Staatswald Galm ist aber auch aus forst- und waldgeschichtlicher Sicht etwas Besonderes. Das liegt an den Eichen, die teilweise sein Erscheinungsbild prägen. Von Natur aus dominieren in solch dichten Wäldern Buchen, denn sie ertragen Schatten besser als Eichen, die viel Licht brauchen und deshalb oft auf freiem Feld stehen. Da muss also jemand nachgeholfen haben. Es waren die Obrigkeiten von Bern und Freiburg. Sie erteilten dem Schultheissen von Murten den Befehl, zwei grosse Waldflächen zu roden und Eichen zu pflanzen. Noch heute stehen dort einzelne Eichen, die aus der Saat von damals hervorgegangen sind». Quelle: Guido Balmer

Und die Eiche in AR: Laut kantonalem Forstamt gibt es grob geschätzt 500 bis 1000 Eichen im Ausserrhoden.

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