Die Morgenländer – Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems
Noch bis zum 4. Oktober 2026 dauert die Ausstellung: «Die Morgenländer» im Jüdischen Museum Hohenems mit einem aufschlussreichen, sehenswerten Programm.
Die Entwicklung der Islamwissenschaften, der Arabistik und der Orientalistik war eng mit der Wissenschaft des Judentums, mit Emanzipation und Reform verbunden Aus dieser Perspektive gesehen waren der Islam und die arabische Welt keineswegs als feindlich erschienen. Ein Programmteil zum Thema ist sicher der Vortrag und Gespräch mit Elke-Vera Kotowski. Im Mittelpunkt dieses Anlasses steht die Geschichte von Hedwig Klein, der «kriegswichtigen Übersetzerin» für eine arabische Ausgabe von «Mein Kampf».

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Die 1911 in Antwerpen geborene Tochter eines ungarischen Kaufmanns studierte ab 1932 Islamwissenschaften, Semitistik und englische Philologie in Hamburg. Ihre wissenschaftliche Expertise war geschätzt und ermöglichte ihr, auch als Jüdin, während der NS-Zeit zu promovieren, allerdings wurde ihr der Doktortitel verweigert. Als hervorragende Sprachwissenschaftlerin lieferte sie wichtige Textbausteine für die Übersetzung von «Mein Kampf» ins Arabische; sie hoffte, durch diese Arbeit, sich und ihre Familie vor der Deportation zu schützen. Mehrere Versuche, Deutschland zu verlassen, misslangen. Hedwig Klein wurde deportiert und nach dem 11. Juli 1942 in Auschwitz ermordet.
Museum Prestegg in Altstätten bietet zahlreiche Veranstaltungen in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems. So zum Beispiel am 29. Mai um 18.00 Uhr «Meloration: der Rheinebene»: Flüchtlingslager in der Ostschweiz während des Zweiten Weltkriegs. Ein Vortrag von Catrina Langenegger.