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«Fahrer fragte nach meinem Freund und erzählte von Sexnächten»

«Fahrer fragte nach meinem Freund und erzählte von Sexnächten»

In verschiedenen Ländern können Frauen bei Uber gezielt eine Fahrerin anfordern. Auch in der Schweiz würden sich viele Frauen eine solche Funktion wünschen – doch es fehlt an Fahrerinnen.

 

Je länger C.S.* im Taxi gesessen habe, desto unwohler habe sie sich gefühlt. Die 32-Jährige erzählt, wie sie gemeinsam mit einer Freundin nach dem Ausgang ein Taxi geteilt habe. Zuerst sei die Kollegin heimgefahren worden, danach sie. Der Fahrer habe sich zunächst unauffällig verhalten. Doch nachdem die Kollegin ausgestiegen sei, sei die Stimmung gekippt: «Er fragte mich, ob ich einen Freund habe und welche Nationalität er hat. Danach wurden die Fragen noch persönlicher, und er erzählte mir von Sexnächten mit Frauen.» Als sie schliesslich bei ihr angekommen seien, sei sie rasch aus dem Auto gesprungen.

Der Vorfall liegt inzwischen sieben Jahre zurück, doch C.S. ist mit einer solchen Geschichte nicht allein. Gegenüber 20 Minuten berichten in diesem Artikel zwei junge Frauen, wie sie am frühen Sonntagmorgen von einem Taxifahrer wiederholt angefasst wurden.

Neue Uber-Funktion: Frauen fahren mit Frauen

Auch Uber hat erkannt, dass sich einige Frauen tendenziell wohler fühlen, wenn sie mit Fahrerinnen unterwegs sind. Deshalb hat der Fahrdienst nun sein Angebot erweitert: In der App lässt sich neu einstellen, dass man mit Fahrerinnen unterwegs sein möchte. Auch Fahrerinnen können angeben, ausschliesslich Frauen mitnehmen zu wollen. Eine Garantie gebe es zwar nicht, doch die Einstellung erhöhe die Wahrscheinlichkeit, so stehts in einer Medienmitteilung.

Die Funktion «Women Preference» ist für Fahrerinnen mittlerweile in über 40 Ländern verfügbar, für Passagierinnen derzeit in sieben – darunter in den USA, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien und Saudi-Arabien. Und in der Schweiz?

«Wir hoffen, das Angebot bald in der Schweiz einzuführen»

«In den Ländern, in denen wir die Option ‹Uber by Women› eingeführt haben, ist das Angebot erfolgreich gestartet», sagt ein Uber-Sprecher auf Anfrage von 20 Minuten. Auf die Frage, ob die Funktion bald auch in der Schweiz verfügbar sein werde, gibt sich das Unternehmen zurückhaltend: «Wir hoffen, ‹Uber by Women› auch in der Schweiz bald einführen zu können.» Ein konkretes Datum dafür gebe es aber nicht.

Doch selbst bei entsprechender Nachfrage könnte sich die Umsetzung schwierig gestalten: «Eine Herausforderung bleibt die Anzahl der Fahrerinnen in der Branche, die für ein solches Angebot nötig ist.» Wie viele Fahrerinnen Uber Schweiz derzeit beschäftigt, wollte die Firma nicht bekannt geben.

Dass es in der Schweiz nur wenige berufstätige Fahrerinnen gibt, bestätigt auch der Zürcher Taxiverband. Von den knapp 6000 berufsmässigen Taxifahrerinnen und -fahrern in der Stadt seien lediglich rund 1,5 Prozent Frauen – das entspricht etwa 90 Personen. Als Vergleich: Uber gab an, dass etwa ein Fünftel seiner Beschäftigten in den USA Frauen sind, wobei der Anteil je nach Stadt variiert. Eine explizite Nachfrage von Kundinnen, von einer Frau gefahren zu werden, sei derzeit nicht festzustellen, sagt der Präsident des Zürcher Taxiverbands.

Quelle: 20 Minuten / Melissa Greiter

Darum gehts

  • Uber baut sein Angebot aus und führt in mehreren Ländern die Funktion ein, dass Fahrerinnen und teilweise Mitfahrerinnen auswählen können, ausschliesslich mit Frauen zu fahren.
  • Uber Schweiz «hofft», dass die Funktion auch irgendwann hierzulande eingeführt werden kann.
  • Bisher habe es aber nicht genug Fahrerinnen – auch der Taxiverband bestätigt, dass nur rund 1.5 Prozent aller Fahrer in Zürich Frauen sind.
  • Viele junge Frauen würden eine solche Option jedoch begrüssen.

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