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Frauen sollen, gleich wie die Regionen, im Bundesrat angemessen vertreten sein

Frauen sollen, gleich wie die Regionen, im Bundesrat angemessen vertreten sein

Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist weiblich. Und trotzdem ist ihre Perspektive im Bundesrat seit langem kaum vertreten. Das widerspricht dem Grundgedanken der Konkordanz und repräsentiert in keiner Weise einen modernen Bundesstaat. Darum fordern die Frauen nun eine Gleichbehandlung der Geschlechtervertretung, im Sinne jener der Regionen und Sprachen.

110 Männern und gerade mal 7 Frauen haben bisher die Schweiz regiert. An der Ungleichbehandlung hat sich damit auch seit der Einführung des allgemeinen Stimm- und Wahlrechtes im Jahr 1971 nicht viel verbessert. Nicht einmal jeder fünfte neu gewählte Bundesrat war seitdem eine Frau. Und auch bei der jüngsten Bundesratswahl wurden wieder fähige Frauen übergangen. «Nachhaltige Lösungen für kommende Herausforderungen können nur mit dem Wissen, der Erfahrung und Kompetenz aller Bevölkerungsteile gemeistert und mehrheitsfähig erarbeitet werden», ist das Team Bundesrätinnen überzeugt.

Es geht nun in die Offensive und fordert das Parlament auf, eine ausgeglichene Frauenvertretung im Bundesrat umzusetzen. Das Team Bundesrätinnen will, dass die Bundesverfassung entsprechend ergänzt und die Konkordanz in Zukunft auch auf das Geschlecht angewendet wird. Die alliance F – der Bund Schweizerischer Frauenorganisationen bedauert den Entscheid der staatspolitischen Kommission im Nationalrat von letzter Woche sehr, die angemessene Vertretung der Geschlechter vorerst nicht in der Verfassung zu verankern. Die Diskussion habe aber erst angefangen, lässt die alliance F nicht locker.

Mit 16 zu 9 Stimmen hat sich die staatspolitische Kommission des Nationalrates gegen die parlamentarische Initiative der Nationalrätin Maya Graf ausgesprochen. Am 18. Januar berät die staatspolitische Kommission des Ständerates über eine gleichlautende Initative des FDP-Ständerates Raphaël Comte. Schliesslich werden noch der National- und der Ständerat über das Anliegen befinden. Die bisherige Erfahrung mit 47 Jahren Stimm- und Wahlrecht der Frauen zeigt, dass sich eine angemessene Repräsentation der Frauen nicht von selber ergeben wird, selbst wenn Studien klar zeigen, dass gemischte Teams erfolgreicher arbeiten. Die Hälfte der Bevölkerung soll nun nicht mehr länger am Rande stehen. Darum macht es auf jeden Fall Sinn, die Frage des Geschlechts – analog der Sprachregionen und Landesgegenden – zu behandeln und den Frauen den gebührenden Stellenwert im Sinne der Konkordanz einzuräumen.

Bild Nationalrätin Maya Graf: Die Frauen wollen nicht mehr länger am Rande stehen und abwarten. Sie fordern eine angemessene Vertretung im Bundesrat.

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