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«#Frauenarbeit» wirbt noch lange mit falschen Tatsachen – ein Formfehler hat Folgen

«#Frauenarbeit» wirbt noch lange mit falschen Tatsachen – ein Formfehler hat Folgen

Peinliche PR-Panne: Auf dem Klappentext ihres neuen Buches «#Frauenarbeit» wird die Autorin Regula Bührer Fecker fälschlicherweise als «jüngste Werberin des Jahres» bezeichnet. Das war sie, doch ist sie es seit einiger Zeit nicht mehr. Korrekturen sind bei den bereits ausgelieferten Büchern nicht mehr möglich, der Lagerbestand soll mit einem Kleber versehen werden. Trotzdem ist zu befürchten, dass der Schatten über dem Ratgeber für Jungunternehmerinnen und arbeitende Frauen bleibt.

Beim zuständigen Verlag NZZ Libro weiss man mindestens seit dem 6. Oktober um den Fehler, die bereits gedruckten Exemplare wurden aber trotzdem bis am 11. Oktober unverändert verkauft. «Regula Bührer Fecker war in ihrem Leben oft die ‘jüngste Frau’: jüngste Werberin des Jahres, jüngste Verwaltungsrätin, jüngste `wichtigste Persönlichkeit der Schweizer Wirtschaft`», heisst es auf dem Klappentext von «#Frauenarbeit». Ein Fehler, denn die jüngste Werberin des Jahres ist Danielle Knecht-Lanz, Mitinhaberin der Werbeagentur Ruf Lanz.

Nicht ersichtlich ist diese Fehlinformation bisher für potenzielle Käuferinnen und Käufer des Buches. Vom Klein Report darauf angesprochen, sagte Simon Rüttimann, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Werbung von NZZ Libro, am Dienstag, dass der Verlag keine Korrigendum-Aufkleber auf den Büchern anbringen wolle. Nach intensiven Recherchen des Klein Reports auf alle Seiten kam es am Mittwoch dann zur Wende: «Der NZZ Libro Verlag hat die Produktion eines Korrektur-Aufklebers veranlasst, der auf allen noch nicht ausgelieferten Büchern angebracht wird», informierte Rüttimann am Mittwochmorgen.

Auf seinen Fauxpas aufmerksam gemacht wurde der Verlag bereits vor gut einer Woche. In einer Medienmitteilung «an die relevanten Branchenmedien» wies er am 6. Oktober auf den Fehler hin. Nicht korrigiert werde der Fehler jedoch bei den bereits gedruckten 1500 Exemplaren, wie Rüttimann dem Klein Report am Dienstag noch erklärte. So seien auch die 1100 Exemplare, die sich noch beim Verlag befinden, unverändert erhältlich. Der Verlag der NZZ-Gruppe wollte die Bücher ursprünglich also trotz falscher Information weder zurückziehen, noch mit einem Aufkleber versehen, der auf die Falschinformation auf dem Klappentext hinweist. Nach den Gründen gefragt, sagte Simon Rüttimann am Dienstag: «Wir haben die Möglichkeit eines Hinweisklebers intern besprochen, sind aber zum Schluss gekommen, dass wir bereits alle nötigen Massnahmen zur Korrektur des Fehlers ergriffen haben.»

Konkret habe man den Fehler bei den wichtigsten Onlinekatalogen des Buchhandels korrigieren lassen, eine Neuindexierung falscher Onlinetexte bei Google veranlasst, den «branchenrelevanten» Medien ein Korrigendum geschickt und bei allen Shops, die das Buch verkaufen, die korrigierten Texte aufgeschaltet. «Darüber hinaus kaufen jungen Frauen das Buch nicht aufgrund des Klappentextes, sondern weil sie einen Ratgeber wollen. Sobald die restlichen Exemplare des Buchs verkauft sind, ist das Problem aus der Welt geschafft», so Rüttimann. Ob die Eliminierung des digitalen Fussbadrucks einer Falschinformation jedoch mit einer tatsächlichen Korrektur gleichgesetzt werden kann, darüber lässt sich streiten. Zumal die Bezeichnung einer Person mit einem falschen Titel auch im Kontext des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb mehr als problematisch ist.

Danielle Knecht-Lanz, die tatsächlich jüngste Werberin des Jahres, ist zufrieden, dass der Verlag NZZ Libro den klaren Fehler nun korrigiert. «Ich dachte zuerst, dass NZZ Libro Interesse daran hätte, die Falschinformation zu eliminieren und nicht weiterzuverbreiten», sagte sie am Mittwochmorgen gegenüber dem Klein Report. Dem sei anfänglich aber nicht so gewesen. «Der Verlag reagierte sehr zögerlich und weigerte sich, den Klappentext zu korrigieren. Und dies mit der Begründung, man wolle den Käufer nicht auf einen Fehler aufmerksam machen, der ausser `Branchenkennern gar niemandem auffalle`», schilderte sie ihren Austausch mit dem Verlag weiter. Sie hoffe, dass ihre Haltung einen Beitrag dazu leiste, «dass falsche Informationen künftig schneller korrigiert und nicht mehr weiterverbreitet werden».

Bild Klein Report: Das Buch #Frauenarbeit bekommt einen Korrekturaufkleber

Textquelle: Klein Report

Die Unternehmerin Regula Bührer Fecker ist der Generation der Millennials sehr nahe – und sie kennt und versteht ihre Situation und deren Herausforderungen. Mit ihrem persönlichen Ratgeber #FRAUENARBEIT gibt sie jungen Frauen das Rüstzeug, um im Beruf voll durchstarten zu können. Ihr Buch basiert auf persönlichen Erfahrungen, ist gespickt mit Erkenntnissen, Einsichten, Tipps und Tricks und in einer Sprache geschrieben, die junge Frauen anspricht.

Ein Teil des Erlöses aus dem Buch kommt der von Regula Bührer Fecker initiierten Stiftung für die Förderung der Frauenarbeit zugute. Lesen Sie hier ihr Statement!

Es wäre doch schade und dem Thema Frauenarbeit sicher nicht dienlich, wenn das Buch wegen eines Formfehlers sein Ziel verfehlen würde, nämlich die Förderung junger Frauen, mithilfe von Tipps, Tricks, Erkenntnissen und Erfahrungen!

Cornelia Forrer, Redaktionsleiterin 

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