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«Hidden Figures» – Ausnahmefrauen der Raumfahrt – Mary W. Jackson

«Hidden Figures» – Ausnahmefrauen der Raumfahrt – Mary W. Jackson

Wenn am 26. Februar die Oscar-Verleihungen stattfinden, ist ein Film dabei, der nicht nur Frauengeschichte beschreibt, sondern auch den Alltag von herausragenden schwarzen Frauen und Vorreiterinnen im Amerika der Apartheid in den späten 1950er- und 1960er-Jahren. «Hidden Figures» beschreibt besonders das Leben dreier Persönlichkeiten. Der letzte Teil ist Mary W. Jackson gewidmet.

«Hidden Figures» erzählt die Geschichte von Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson. Es sind drei herausragende afro-amerikanische Frauen, die bei der NASA gearbeitet haben und in dieser Funktion als brillante Köpfe einer der grössten Unternehmungen in der Geschichte gelten: Sie haben den Astronauten John Glenn in die Umlaufbahn geschickt. Eine fantastische Errungenschaft, die der Nation neues Selbstbewusstsein gab, das Rennen im Weltall neu definierte und die Welt aufrüttelte. Dieses visionäre Trio überschritt jegliche Geschlechts- und Rassengrenzen und inspirierte Generationen, an ihren grossen Träumen festzuhalten. Doch wer waren die beschriebenen schwarzen Frauen im Film? Widmen wir uns nun der «Hidden Figure» – der unterschätzten Figur: Mary Jackson.

Mary Winston Jackson wurde am 9. April 1921 in Hampton geboren. Sie war die erste amerikanische Ingenieurin mit schwarzer Haut. Als wissenschaftliche Angestellte der NASA leistete sie wesentliche Beiträge zur Luft- und Raumfahrttechnik zur Zeit des «Wettlaufs ins All».

Mary wuchs als Tochter von Frank C. Winston und Ella Scott Winston auf und studierte am Hampton Institute Mathematik und Physik. Nach ihrem Bachelor-Abschluss im Jahr 1942 war sie als Lehrerin tätig. 1951 nahm Mary Jackson die Arbeit bei der National Advisory Committee for Aeronatics (NACA) auf. Dies war die Vorgängerorganisation der NASA.

Parallel zu ihrer Tätigkeit als «menschlicher Computer» bildete sie sich an der University of Virginia im Fach Luft- und Raumfahrttechnik weiter. Ingenieurin konnte die farbige Frau aber nur werden, weil sie ihre Rechte vor Gericht erkämpfte. Andernfalls wäre sie nicht für Studien an der weissen Universität von Virginia zugelassen worden – eine vorgeschriebene Voraussetzung. Mary leitete am Langley Research Center aeronautische Tests mit Modellen in einem Windtunnel. Später war sie  in der Personalabteilung der NASA tätig, wobei sie sich stark für die Frauenförderung einsetzte.

Mary Jackson war 34 Jahre für die NASA tätig und ging im Jahr 1985 in Pension. In ihrer Freizeit engagierte sich Mary Jackson für Bildungsprojekte. Sie gründete einen Wissenschafts-Club für schwarze Jugendliche und wirkte am Bau eines kleinen Windtunnels mit, um durch Experimente mit Jugendlichen Interesse an der Luftfahrt zu wecken. Mit ihrem Ehemann Levi Jackson hatte Mary Jackson einen Sohn namens Levi und eine Tochter mit dem Namen Carolyn Marie. Sie erlebte in ihrem langen Leben – Mary starb im Februar 2005 – die Geburt dreier Enkelkinder und dreier Urenkel.

Im biografischen Spielfilm «Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen», der auf Margot Lee Shetterlys gleichnamigem Buch basiert, ist Mary Jackson eine der Hauptfiguren. Sie wird von Janelle Monáe gespielt.

Bild: Auch Mary Jackson war eine tragende Figur der NASA

«Ebony» ist eine monatlich erscheinende Zeitschrift für eine überwiegend afroamerikanische Leserschaft in den Vereinigten Staaten. Die Zeitschrift wurde von John H. Johnson gegründet und erscheint seit Herbst 1945. Im Jahr 1977 wurde darin auch ein Porträt von Mary Jackson abgedruckt.

Die Titelblätter der frühen Ausgaben zeigten Schauspielerinnen wie Lena Horne und Dorothy Dandridge, später auch bekannte Musiker wie Michael Jackson oder Politiker wie Barack Obama. Immer optimistisch gestimmt wie die vergleichbare Zeitschrift «Life», stärkte sie das Selbstbewusstsein der Afroamerikaner. Zum ersten Mal erschienen in «Ebony» Anzeigen grosser amerikanischer Unternehmen mit schwarzen Modellen, die Luxusautos fuhren und Softdrinks tranken.

Einer der Mitherausgeber war der geborene Deutsche Hans-Jürgen Massaquoi, Autor der Autobiographie Destined to Witness (deutscher Titel: Neger, Neger, Schornsteinfeger), ein Buch über seine Jugend als schwarzer Junge in Nazideutschland. Herausgeber war von 1949 bis 1987 Herbert Nipson (1916–2011).

Trailer zum Film

Jackson-Biografie der NASA

Jackson-Bericht in «Ebony»

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