Schweizer Porzellan – Die Geschichte eines Schweizer Kulturguts
«Glanz und Elend der Porzellanindustrie, eine Langenthaler Weltgeschichte», so lautet der Titel des neuen Buchs von Oliver Meier, das soeben im Chronos-Verlag erschienen ist. Bis heute ranken sich Gerüchte um «Suisse Langenthal», das früher ein florierendes Unternehmen war. Der Autor ist diesen Gerüchten nachgegangen und hat die Geschichte der Fabrik wieder zusammengestellt.
Die Marke Suisse Langenthal existiert noch. Allerdings findet die industrielle Produktion nicht mehr in der Schweiz statt. Die Herstellung wurde 2003 nach Tschechien verlagert. «Suisse Langenthal» war früher ein florierendes Unternehmen. Die Porzellanfabrik schaffte es im 20. Jahrhundert vom fragilen Startup zum scheinbar unverwüstlichen Volksgut. Doch der Niedergang kam schleichend und endete dramatisch. 120 Jahre nach der Gründung erscheint Langenthaler Porzellan als Mythos und Kulturgut, um das noch immer gerungen wird. Bis heute ranken sich die Gerüchte. Sie erzählen davon, wie die damals stolze Porzellanfabrik zum Opfer eines Managements geworden sei, das in entscheidenden Momenten versagt habe. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, Langenthal sei im Zweiten Weltkrieg ein Nazi-Nest» gewesen – und die Porzellanfabrik ein Schauplatz schauerlicher Geheimpläne. Ein Gerücht eben.
«Glanz und Elend der Porzellanindustrie. Eine Langenthaler Weltgeschichte» ist die erste umfassende Darstellung der Unternehmungsgeschichte. Das Buch zielt auf eine Verknüpfung von wirtschafts-, sozial- und kulturhistorischen Perspektiven, auf die Porzellanindustrie und die Bedeutung von Porzellan in der Schweiz vom späten 19. bis ins frühe 21. Jahrhundert.Diese Geschichte handelt von Mut und Zerbrechlichkeit, von Aufstieg und Niedergang, von Triumpf und Trauma. Es ist auch die Geschichte der Gründerfamilie Spychiger, die es in Langenthal zu einer Porzellan-Dynastie im Kleinformat brachte.
Die Publikation stützt sich auf Quellen aus dem Unternehmensarchiv, das sich bis heute auf dem Fabrikareal befindet. Es sind siebzig Dokumente, die für dieses Buch erstmals systematisch konsultiert worden sind.
Text: Elke Baliarda, Redaktorin / Bilder: Wikipedia