Silvesterchlausen von Frau zu Frau
Drei Frauen aus Urnäsch haben mit ihrem neuen Bilderbuch „Wälti wird Silvesterchlaus“ eine Art Marktlücke entdeckt. Denn ein bebildertes Buch dieser Art gab es bislang noch nicht. Das nicht nur für Kinder reizvolle Buch erzählt die Geschichte von Wälti Frick, dem Silvesterchlaus, vom Bubenalter an bis zum heutigen Tage als gestandener „Schöner Chlaus“. Karin Antilli Frick hat die Illustrationen liebevoll bis ins Detail gestaltet. Den Text dazu verfasste Esther Ferrari.
Im Wort Marktlücke steckt das Wort Markt. Und tatsächlich gehen die beiden Autorinnen mit ihrem neuen Buch auf den Markt. Das habe nun gewisse Folgen, erklärt Karin Antilli: Ein Bastelbogen mit Chlausfiguren aus dem Buch, Tischsets und die berühmten Waisenhaussöckli, gestrickt von Muetter Mina. Im Weiteren können die Original-Bilder des Buches bis zum 13. Januar 2017 im Restaurant Kreuz in Urnäsch betrachtet werden.
Karin Antilli Frick und Esther Ferrari kennen den Brauch des Silvesterchlausen zur Genüge. Beide leben seit vielen Jahren in Urnäsch. Karin heirate in eine Chlausenfamilie ein und auch in Esther Ferraris Familie wird eifrig gechlauset. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Karin auf die Idee kam, ein Büchlein über das Silvesterchlausen zu gestalten. Vieles über die Urnäscher Bräuche kannte sie schon, vieles hat sie von Ihrer Schwiegermutter Mina Frick und ihrem Mann Walter, dem schönen „Nachrölli aus dem Waisenhausschuppel“, erfahren. „Ich beschloss, dass die ganze Familie Frick in meinem Buch vorkommen sollte. Doch zuerst musste ich das Einverständnis aller Personen einholen, Für mein Buch wollte ich so viele Stimmungen wie möglich einfangen. Dabei hat mir die ganze Familie Frick geholfen. Darüber hinaus dienten mir zahlreiche alte Fotos und Postkarten als Vorlage“.
Mina Frick, die dritte im Bunde, ist Mutter von den acht Bilderbuch-Kindern. Und sie hat dazu noch zahlreiche Enkel und Urenkel. „Von ihr weiss ich, dass Wälti gerne einen blauen Rollkragenpullover und Gummistiefel getragen hat und Schwester Heidi eine schwarze Zipfelmütze und einen Fetzen um den Hals. Wälti habe überhaupt nicht gerne im Stall geholfen. Er habe sich viel lieber bei der Mutter in der Küche aufgehalten“, erzählt Karin Antilli. Der erwachsene Wälti, gelernter Möbelschreiner, singt und macht Musik. Er arbeitet im Appenzeller Brauchtum Museum Urnäsch und ist als einziger Mann Mitglied bei den Landfrauen. An Silvester bereichert er seit über 30 Jahren das Chlausendorf mit seiner bekannten Chlausengruppe „Waisenhausschuppel“.
Karin Antilli Frick ist Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin. In Sachen Kunst und Gestaltung sei sie vom Vater her vorbelastet. Soweit sie zurückdenken könne, habe sie immer gerne gezeichnet und gemalt. Ein Thema war das Texten der Bildergeschichte. Ein Job für Esther Ferrari. Sie kennt Chlausen und Brauchtun bestens, ist so zu sagen Zeitzeugin. Darüber hinaus hat sie bereits als Buchautorin von „ Daa isch de Tuume“ gewisse Erfahrung gesammelt. Für das neue Bilderbuch fügte sie typische Episoden des Chlausens und die Geschichte von Wälti zu einer authentischen und lebendigen Kindergeschichte zusammen, in der sich nun viele Urnäscher wiederfinden werden.
„Wälti wird Silvesterchlaus“
von Karin Antilli Frick und Esther Ferrari
erschienen im Appenzeller Verlag, ISBN :978-3-85882-734-0 ISBN