Theater St. Gallen: Die schöne Helena

Datum/Zeit
30. Januar 2020
19:30 - 22:30

Veranstaltungsort
Theater St. Gallen
Museumsstrasse 32, St. Gallen

Kategorien


Das Theater St. Gallen feiert den Meister der Opéra bouffe, den vor 200 Jahren in Köln geborenen Jakob Offenbach. Komponist und Cellist. Offenbach gilt als Begründer der modernen Operette, als eigenständiges und anerkanntes Genre des Musiktheaters.

Auf dem St. Galler Programm steht seit dem 7. Dezember 2019 «Die schöne Helena». Diese dreiaktige Opéras bouffes wurde 1864 am Théatre des Variétés in Paris uraufgeführt und in St. Gallen erstaunlicherweise bereits 1867 gespielt, zuletzt 1972/73. Die Premiere am 7. Dezember wurde mit stürmischem Applaus gefeiert

Offenbach, der bekanntlich in Paris lebte, und daher Jacques Offenbach hiess, titelte sein Werk , das als Meisterwerk gilt «La Belle Hélene». In St. Gallen wird in französischer Sprache gesungen, zum besseren Verständnis gibt es deutsche Übertitel. Der gesprochene Text ist Deutsch.

Das Bühnenbild von Jürgen Kirner in gewisser Weise eindrucksvoll, doch eher schlicht, nur mit dem Nötigsten ausgestattet Nicht pompös, wie etwa früher bei den griechischen Königen, sondern ebenfalls schlicht sind die Kostüme von Kristopher Kempf. Das ist auch gut so, das lenkt die Theaterbesucher nicht weiter ab, sondern. gibt ihnen die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche, die schöne Musik und die Protagonisten, zu konzentrieren. Zum Leitungs-Team gehören ferner Andreas Enzler, Licht, Sabine Arthold , Choreographie, und Chorleiter Michael Vogel.

Zu Offenbachs Musik sagt Nicolas André, der musikalische Leiter: «Sie ist einfach, aber nicht simpel. Ich bewundere, wie sich bei ihm Komik und Ernst abwechseln und mischen, als eingängige Ohrwürmer.» In der griechischen Myhologie ist die Helena die schönste Frau der Welt. Bei Offenbach geht es aber in erster Linie um die schöne Stimme. Und diese wunderschöne, virituose Stimme gibt es auch in St. Gallen, in der Person der Schweizer Mezzo-Sopranistin Marie-Claude Chappuis. Das Publikum ist begeistert.

Inhaltlich spielte Offenbach seinerzeit –  neben der spritzigen Parodie auf die griechische Mythologie – auch der Zeitgeist eine gewisse Rolle. Das ist in der St. Galler Produktion nicht anders. Regisseur Ansgar Weigner spart nicht an Schwung und Witz. Selbst Angela Merkel kommt bei ihm zu Ehren. Das Publikum amüsiert sich, schmunzelt, lacht, klatscht Beifall

Die Geschichte erzählt von Menelaos, König und Ehemann der Helena, in der Operette nicht der Gescheiteste, souverän dargestellt und gesungen von Ricardo Botta. In Menelaos Abwesenheit kommt Schäfer Paris , Gustavo Quaresma ins Spiel. Er und Helena kommen sich sehr nahe. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, nur der Oberpriester Kalchas (David Maze) hat schlussendlich noch den Überblick.

Erfahrungsgemäss sind die Operettenbesucher eher von reiferem Alter, so auch am Premierenabend. Es wurden dennoch junge Besucher gesehen, wie beispielsweise die siebzehnjährige Sharon. Ihre Meinung: «Die Schöne Helena hat mir sehr gefallen. Es war mal etwas anderes und ich konnte alles gut mitverfolgen. Es war lustig und für Jung und Alt gemacht. Ich kann mir vorstellen wieder in eine Operette zu gehen.» Die schöne Helena ist wirklich ein Amüsement, zum Jahresende und zum neuen Jahr.

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