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Yoko’s Kunst und Performances sind nur noch ein paar Tage in Zürich zu sehen

Yoko’s Kunst und Performances sind nur noch ein paar Tage in Zürich zu sehen

Das Kunsthaus Zürich zeigt noch bis 29. Mai frühe Werke von Yoko Ono. Besucherinnen und Besucher werden aufgefordert, selbst Teil der Kunstwerke zu werden.

 

Die junge Yoko Ono sitzt allein auf einer Bühne. Ihr Publikum wird aufgefordert, mit einer Schere kleine Stücke aus Onos Kleidung zu schneiden. Mit dieser Video-Aufnahme werden die Besucher des Kunsthauses Zürich in die Ausstellung eingeführt. «Cut Piece» nennt sich die Performance aus den 1960er-Jahren.

«Es ist interessant zu beobachten, wie die Besucher auf die Aufnahme reagieren. Wie die Schere auf den weiblichen Körper gerichtet ist, wie zum Teil der ganze BH aufgeschnitten wird und sie dadurch entblösst wird», erzählt Mirjam Varadinis, «das hat etwas Unangenehmes und Brutales». Die Performance gelte als Vorläufer der feministische Performance-Kunst, so die Ausstellungskuratorin.

Yoko Onos feministisches Anliegen ist ein Hauptfokus der Ausstellung. Manche ihrer Arbeiten sind radikal. Andere poetisch und wieder andere eher verspielt. In der Ausstellung sind rund 60 Werke zu sehen: Skulpturen, Film-Arbeiten, Zeichnungen und Performances aus dem Frühwerk von Yoko Ono.

Kunst zum Mitmachen

Yoko Ono habe in den 1960er-Jahren den Kunstbegriff radikal verändert, sagt Mirjam Varadinis, zum Beispiel mit ihrem Büchlein «Grapefruit»: «Das ist eine Sammlung von Anleitungen, quasi Konzeptkunst ‹avant la lettre›. Sie öffnet diesen Begriff, sodass das Publikum zum Performer wird. Es soll das Werk vervollständigen.»

Bei der Vervollständigung befolgt das Publikum Handlungsanweisungen. An den Wänden hängen beispielsweise graue Stoff-Quadrate, die mit simplen Anweisungen bedruckt sind: fühlen, fliegen, vergessen und berühren. Wer hier seiner Fantasie freien Lauf lässt, erlebt Kunst und wird selbst auch Teil von ihr.

Yoko Ono hat sich stets auch für den Weltfrieden eingesetzt. Diesen Aspekt greift die Ausstellung mit Videos, Schildern und Plattencover auf. Und da darf natürlich auch John Lennon nicht fehlen, mit dem sie «Give Peace a Chance» performte.

Kunst als Hoffnungsträger

Viele von Yoko Onos Arbeiten atmen den Geist der 1960er-Jahre. So auch ein Esstisch mit zerbrochenem Porzellan. Rebellion gegen das bürgerliche Establishment sei ein zentrales Element im Schaffen von Yoko Ono, sagt Mirjam Varadinis. «Es ist aber auch immer Hoffnung dabei. Und ihre ganz tiefe Überzeugung, dass Kunst die Fähigkeit hat, die Welt zu verbessern.»

Das Werk mit dem zerschlagenen Porzellan heisst «Mend Piece». «Mend» bedeutet reparieren, flicken oder verbessern. «Die Anleitung dazu ist ganz einfach: «Mend carefully», also repariere sorgfältig und denke dabei auch immer daran, die Welt zu reparieren», erzählt Varadinis. Das Frühwerk von Yoko Ono hat bis heute nicht an Aktualität und Relevanz verloren. Seine Stärke liegt vor allem darin, wie Poesie mit Zugänglichkeit und Verspieltheit mit Dringlichkeit kombiniert werden.

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