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Zum WM-Ende etwas Frauenfussballgeschichte – Folge 1

Zum WM-Ende etwas Frauenfussballgeschichte – Folge 1

Die Frauenfussball-Weltmeisterschaft ist Geschichte. In einem spannenden Finale haben die Amerikanerinnen die Niederländerinnen besiegt. Gehört hat man, wenn man sich nicht besonders dafür interessierte, jedoch kaum etwas. Ganz anders ist dies bei Fussballweltmeisterschaften der Männer.

 

Fussball ist in erster Linie Fussball, ob er nun von Frauen oder Männern gespielt wird. Die Regeln sind nämlich gleich und die Taktik und Strategie ist ebenfalls geringfügig anders. Und doch: Es gab eine Zeit, da galt der Frauenfussball gar als verwerflich. Es brauchte einiges an Aufwand, um eine gesellschaftliche Anerkennung zu erreichen und bis heute werden Fussballerinnen kaum so verehrt, wie die Fussballer – mit Ausnahme von einzelnen Ländern, darunter die USA, wo jeder Sport, ob von Frau oder Mann betrieben, unterstützt werden muss.

 

Schon im 12. Jahrhundert beteiligten sich in Frankreich die Frauen an Fussballspielen. Damals hiess das Spiel allerdings noch «la sioule» und auch die Inuit-Damen und -Herren spielten ähnliche Spiele, wie es der heutige Fussball ist. Der moderne Fussball wurde 1864 in England geboren, dort wurden die internationalen Regeln zu dieser Sportart festgelegt – und von Beginn weg, spielten auch Mädchen in den Schulen dieses Spiel. Kein Wunder, dass 1894 das erste britische Frauen-Fussballteam, die «British Ladies», von Nettie Honeyball gegründet wurde. Und 1985 fand das erste Fussballerinnen-Spiel England-Nord gegen England Süd statt, das von 10’000 Zuschauenden verfolgt wurde. Die Fussballerinnen trugen übrigens damals noch Hüte und recht kurze Röcke über Knickerbockern, wenn man die damalige Mode vergleicht.

Zwischen den Weltkriegen ging es mit dem Frauenfussball bergauf, den ersten grossen Aufschwung erlebte er während des Ersten Weltkriegs. Natürlich war auch der Fussball von den Rekrutierungen in den Kriegsdienst betroffen, sodass die Fussballer fehlten. Die Fussballerinnen sprangen ein und neue Mittel flossen in die Vereine. Selbst in den 1920er-Jahren war der Frauenfussball in England weiterhin beliebt. Je grösser die Ortschaft war, desto sicherer gab es – nebst den Herren, eine Fraufussballmannschaft. Dick Kerr’s Ladies wurden zum Beispiel in Everton von 53’000 zahlenden Zuschauenden verfolgt. Auch Frankreich legte nach und erste Frauenteams wurden anfangs des 20. Jahrhunderts gegründet. Der Frauensportverband, die «Fedération des Société Féminines Sportives de France (FSFSF)» wurden gegründet und boten bis 1932 das Dach für Landesmeisterschaften und Pokalwettbewerbe. Es kam auch zum ersten internationalen Spiel der Französinnen gegen die Engländerinnen Dick Kerr’s Ladies. Wieder besiegten die Engländerinnen die Französinnen des «Fémina Sport», von «En Avant» und «Les Sportives» in regulären Länderspielausscheidungen.

In Deutschalnd spielten die Frauen noch um die Jahrhundertwende eine Art «Fussball für Frauen», bei dem sie sich den Ball im Kreis gegenseitig zuspielten. Währen der Frauenfussball in anderen europäische Ländern in den 1920er-Jahren seine ersten Höhepunkte erreichte, war er in Deutschland weiterhin eine Randerscheinung. Seine Ursprünge liegen im akademischen Bereich, wobei es noch wenige Studentinnen gab. Das Spiel der Mànner galt für Frauen als unmoralisch und verwerflich. So beschwerte sich der Deutsche Turnbund über die kurzen Hosen der Studentinnen bei der Deutschen Studentenvereinigung (DSV). Das «Auftreten sei künftigen Akademikerinnen unangemessen».

 

Fortsetzung folgt!

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