
Appenzeller Zipfelchappen kommen gross in Mode
Nun haben Kopfbedeckungen beziehungsweise Mützen wieder Saison. Ein Herisauer denkt an Zipfelchappen und meint, dass man sie im Dorf kaum sehe. Dieser Meinung kann sich ein junger Mann aus Schwellbrunn überhaupt nicht anschliessen. Ohne Zipfelchappe gingen seine Kollegen und er zu dieser Jahreszeit nicht aus dem Haus. Und Karin Antilli Frick, Urnäsch, hat der Zipfelchappe, «Der Appenzeller Zipfelchappe» sogar ein reizvolles, praktisches Büchlein gewidmet, das Anleitungen, Strickmuster und allerlei Wissenswertes beinhaltet.
«Die Appenzeller Zipfelchappe ist in der Regel schwarz und gehört zum Appenzellerland wie der Bläss, die beschlagenen Hosenträger oder die Silvesterchläuse», sagt Karin Antilli Frick. Aber die einzig richtige Appenzeller Zipfelchappe gibt es ihrer Meinung nach nicht. Warum? Das erzählt sie in ihrem Ringbüchlein. Ja, sie animiert ihre Leserschaft geradezu, selbst zu Stricknadeln und Wolle zu greifen, um eine eigene Zipfelchappe zu lismen. Was auch dank der guten Beschreibungen gelingt.
Ausserdem ist Karin Antilli Frick Autorin weiterer Bücher. 2016 erschien das Bilderbuch «Wälti wird Silvesterchlaus», 2018 kam das Mal- und Rätselbuch auf den Markt und 2020 erschien das Bilderbuch «Wälti wird Geissbub». Ob es nach der Zipfelchappe wieder etwas Neues gibt? Die Autorin schmunzelt.
Karin Antilli Frick ist 1966 geboren und in Bischofszell aufgewachsen. In Gossau absolvierte sie die Ausbildung zur Arbeits-. und Hauswirtschaftslehrerin. Acht Jahre unterrichtete sie Hauswirtschaft in Urnäsch und heiratete Walter Frick, den heutigen Brauchtumskenner des Museums Urnäsch. Nach der Geburt ihres vierten Kindes engagierte sie sich einige Jahre für den Verkehrsverein Urnäsch.
2008 kam es zum Rollentausch in der Familie Antilli Frick. Ehemann Walter Frick war neu für den Haushalt zuständig, Karin übernahm eine Stelle an der Primarschule Gaiserwald. Mit Beatrice Streule überarbeitete sie das Lehrmittel «verflixt und zugenäht» und gab Kurse in der Lehrerfortbildung.
Und heute teilt sich das Ehepaar die Haushaltsarbeit? Karin meint lächelnd: «Ich mache ein bisschen und mein Mann das mehrheitliche Bisschen». Zusammen mit ihrem Mann bietet sie verschiedene Brauchtumsshops an und unterrichtet Bildnerisches, Textiles und Technisches Gestalten, sowie Englisch an der Primarschule Hundwil. Und wie bereits gesagt ist sie Autorin verschiedener Bücher, die alle im Appenzeller Verlag Schwellbrunn erschienen sind. Zurzeit hat sie in ihrem Atelier, im ehemaligen Waisenhaus in der Nähe des Skiliftes ein reich geschmücktes Weihnachtsfenster eingerichtet, das es zu bewundern gilt. Wer ein Smartphone dabei hat, kann den QR-Code scannen und sich die Geschichte zum Adventsfenster anhören.
«Die Appenzeller Zipfelchappe» aus dem Appenzeller Verlag: ISBN 978-3-85882-867-5