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Ausgestopfte Juden? – Geschichte, Gegenwart und Zukunft jüdischer Museen

Ausgestopfte Juden? – Geschichte, Gegenwart und Zukunft jüdischer Museen

Weltweit gibt es heute über 120 jüdische Museen. Aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, gilt den einen die Institution als eine jüdische, für die anderen ist ihr Gegenstand das Judentum. Die Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems zeigt Beispiele und dauert bis zum 19. März 2023. Die Präsentation ist eine Kooperation mit dem Museum für Völkerkunde in Leipzig, Dresden und Herrnhut.

 

Als vor vielen Jahren Paul Grosz, der damalige Vorsitzende der Israelischen Kultusgemeinde Wien, Kultusgemeinde gefragt wurde, was er von der Gründung eines Jüdischen Museums halte, stellte er eine bittere Gegenfrage: Ob Jüdinnen und Juden dort «wie ausgestopfte Indianer» bestaunt werden sollten?

Die Ausstellung in Hohenems beleuchtet Geschichte und Gegenwart der Institution Jüdisches Museum, ihre Sammlungen und ihren Kanon und reflektiert damit die drängende Frage nach ihrer gesellschaftlichen Rolle in der Zukunft. Zahlreiche Veranstaltungen begleiten die Ausstellung und betonen die Wichtigkeit Jüdischer Museen heute.

Kontakt: Jüdisches Museum Hohenems, Schweizer Strasse 5, Aron Platz 1 A A-6845 Hohenems, Telefon 0043 5576 73989, www.jm-hohenems

Das Jüdische Museum Hohenems erhält den Österreichischen Museumspreis 2022

Der Österreichische Museumspreis 2022 geht an das Jüdische Museum Hohenems. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird jährlich durch den Museumsbeirat des BMKÖS für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Museumsarbeit vergeben.

Als Jury für die Vergabe des Museumspreises fungierte der Museumsbeirat des BMKÖS, bestehend aus: Andrea Bina, Edith Hessenberger, Monika Holzer-Kernbichler, Nadja Al Masri-Gutternig, Niko Wahl.

Auszug aus der Begründung:
„Das Jüdische Museum Hohenems ist ein kleines historisches Museum in einer kleinen Gemeinde im äußersten Westen Österreichs. Die Bedeutung des Museums reicht jedoch weit über den Ort oder die Region hinaus. Das Museum erzählt die Geschichte einer Diaspora Gemeinde, bleibt aber nicht in der Vergangenheit stehen, sondern greift in seinen Ausstellungen aktuelle Themen und Fragen auf, die man sich auch an weit entfernten Orten stellen sollte. […]
Das Museum Hohenems ist ein mutiges Museum, dass sich kein Blatt vor den Mund nimmt, gerne provokante Fragen in den Raum bringt und offen ist für den Diskurs mit allen Interessierten. Die Wichtigkeit des jüdischen Museum Hohenems für die österreichische Museumslandschaft ist unumstritten.“

Staatssekretärin Andrea Mayer: „Das Jüdische Museum Hohenems ist weit mehr als ein Museum. Es ist ein Begegnungs- und Heimatort für viele Menschen – unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund. Auch für mich selbst gehört das Jüdische Museum Hohenems zu den Fixpunkten eines Vorarlberg-Aufenthalts. Es ist ein inspirierender Ort, der den Museumsbeirat zurecht überzeugt hat. Ich schließe mich daher gerne an und darf Direktor Hanno Loewy und seinem Team herzlich zu diesem wichtigen Preis gratulieren.“

Die offizielle Verleihung des Preises erfolgt am 13. Oktober im Rahmen des Österreichischen Museumstages in Klagenfurt.

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