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Bettgeschichten – vom Sonnenkönig bis zu John’s und Yoko’s Bed-Ins

Bettgeschichten – vom Sonnenkönig bis zu John’s und Yoko’s Bed-Ins

Das wichtigste Möbelstück der Menschen, das Bett, hat eine spannende Geschichte. Das findet auch das Landesmuseum in Zürich und präsentiert an einer Ausstellung Bettgeschichten aus über vier Jahrhunderten. Ein Gang durch die verschiedenen Schlafzimmer zeigt nicht nur, wie sich Bett oder Bettwäsche verändert haben, sondern lässt auch erahnen, wie das gesellschaftliche Zusammenleben funktioniert hat. Die Ausstellung dauert bis zum 4. April 2021.

Das Schlafzimmer mit seinem Bett, gilt heute als intimer Ort. Das war aber nicht immer so., denn im 17. Jahrhundert wurde das Schlafzimmer als Bühne für. Machtdemonstrationen benutzt, so beim französischen König Ludwig XIV. Er verstand sich als Personifikation der Sonne, die auf und untergeht. Seine Untertanen waren gezwungen, sich diesem Zyklus unterzuordnen. Wenn der Sonnenkönig aufstand wurde ihm gehuldigt. Wenn er zu Bett ging, wurde ein ausgewähltes Publikum Zeuge des «Sonnenuntergangs».

Viele europäische Fürsten übernahmen die Gepflogenheiten des Sonnenkönigs und hielten Hof in ihren prunkvollen Schlafzimmern. Da machte auch die Eidgenossenschaft keine Ausnahme. Der monarchische Prunk und der repräsentative Auftritt im Schlafgemach eroberten nach und nach auch die Häuser der reichen Stadtbürger. Um zu beeindrucken, wurde gerne das kunsthandwerkliche Können zur Schau gestellt. Zahlreiche Objekte sind erhalten geblieben und gehören nun zur Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums.

Noch bis ins 18. Jahrhundert war es selbstverständlich, dass viele Menschen – Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, Angestellte und Gäste – gemeinsam nächtigten. Wen wundert es da, dass sich Krankheiten und Ungeziefer wie Läuse oder Milben rasend schnell verbreiten konnten. Dank dem wachsenden Bewusstsein für Hygiene im 19. Jahrhundert veränderte sich das Verhalten im Schlafzimmer erneut. Weg vom öffentlichen Raum hin zum privaten Ort. Einen erneuten Richtungswechsel brachte die Jugendbewegung in den 1960er Jahren. Angeführt von John Lennon und Yoko Ono wurde die Schlafstätte erneut öffentlich. Das Paar demonstrierte 1969 im Bett gegen den Krieg.

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