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Equity – Das Geld, die Macht und die Frauen

Equity – Das Geld, die Macht und die Frauen

Man kann ja denken, was man will und sicher ist der Film «Equity – Das Geld, die Macht und die Frauen» nicht für jeden Geschmack. Spannend und unterhaltsam ist er aber allemal. Die Geschichte dreht sich um Investmentbankerin Naomi Bishop, die sich mit Börsengängen von aufstrebenden Firmen beschäftigt.

 

Naomi (Anna Gunn) liebt das Geld – und besonders den Umgang damit. Die strebsame Finanzjongleurin hat in Erin (Sarah Megan Thomas) eine Partnerin zur Seite, die immer mit guten Ideen auftrumpft, wenn Not an der Frau ist. Natürlich sollte dies längst durch eine Beförderung anerkannt werden, was natürlich auch Naomi weiss. Doch sie hält ihr bestes Pferd im Stall viel lieber unten und damit genauso klein, wie die Firmenleitung Erin sieht. Langfristig kann dies natürlich nicht gut gehen.

Was Naomi auch noch beschäftigt ist die Angreifbarkeit von Cachet durch Hacker und richtig ungelegen kommt zudem, dass die einstige Schulfreundin Samantha Ryan (Alysia Reiner) auftaucht, die inzwischen als Staatsanwältin in der Finanzbranche ermittelt und viele Fragen stellt, die richtig nerven. Naomi scheint zudem mit einem Typen verbandelt zu sein, der einiges zu verstecken scheint.

Es ist leider so, dass nicht immer die Besten gefördert werden, doch begünstigte Menschen ihren oberflächlich vorhandenen Fähigkeiten entsprechend, Förderung erfahren und unverdienterweise ebenfalls hohe Ziele erreichen. «Ein gleich hoher Stuhl sorgt noch lange nicht dafür, dass zwei unterschiedlich grosse Menschen an das gleiche Buch in selber Höhe reichen können», wird dies treffend im Filmbeschrieb aufgezeigt.

Regisseurin Meera Menon (Farah Goes Bang) betitelt ihr Werk zwar «Equity», spinnt um den Gerechtigkeits- und Gleichstellungsgedanken herum allerdings einen Finanzthriller, der von Frauenrollen getragen wird – leider von Frauen, die sich im Prinzip meist klischeehaft männlich verhalten: gefühlskalt, unnahbar und zerfressen vom eigenen Ehrgeiz.

Naomi ärgert sich über den Ausgang des letzten Deals immer noch, fühlt sich gekränkt und verhält sich ihrer Assistentin gegenüber überheblich. Ob dies daran liegt, dass die entsprechenden Jobs, die vornehmlich von Männern besetzt werden, Frauen zu ebensolchen Menschen machen? Die Figur Erin stellt den Zwiespalt von Frauen in solchen Karrierejobs dar. Sie ist es, die sich zwischen ernsthafter Beziehung mit junger Schwangerschaft und Karriere entscheiden muss und zeigt glaubwürdig den Spagat auf, den die zwei Rollen erfordern.

Die Filmkritiken sind durchzogen. Man liest genauso, wie «beeindruckt» man ist und dass man den Film spannend, sowie für Frauen und für Männer findet, wie man ihn «langweilig und unglaubwürdig» hält. «Habe selbst in der Branche gearbeitet und es wird (leider) viel Wahrheit auf den Bildschirm gebracht», schreibt jedoch eine Rezensentin, die es wissen muss.

Was sicher für den Film spricht, sind die starke Besetzung, die spannende Szenerie und die ungekünstelte Vertonungsqualität. Die aufgegriffenen Themen (Exzesse und Machenschaften an der Wall Street und die Rolle von Powerfrauen im Investmentbanking) sind anspruchsvoll, was es nicht eben leicht macht, sie spannend und glaubwürdig zu verfilmen. Wenn man einen packenden Finanzstreifen a la «The Big Short» erwartet, wird man enttäuscht. Wer aber keine Ahnung hat, wie es an der Wall Street (für Frauen) zugeht und dies nicht allzu kompliziert dargeboten haben möchte, dem wird der Film gefallen.

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