
Freude herrscht in und um das Textilmuseum St. Gallen
Das Textilmuseum St. Gallen hat Neuigkeiten zu vermelden. Das Bundesamt für Kultur (BAK) in Bern hat das Textilmuseum als Kulturinstitution von nationaler Bedeutung anerkannt. Darüber herrscht grosse Freude im Textilmuseum. Die Auszeichnung bedeutet zugleich Ansporn, das textile Erbe auch in Zukunft lebendig, zugänglich und relevant zu vermitteln.
«Ein schönes Beispiel für unsere Vermittlungsarbeit war der eintägige Workshop «Mottainai – Verschwende nichts!» Unter Anleitung von Walter Bruno Brix tauchte die Besucherschaft in die japanisch inspirierte Praxis des bewussten Reparierens, Umgestaltens und Weiterverwendens ein. Ganz im Sinne von «Sashiko» und «Boro» erhielten alte Textilien neue Bedeutung».
Verschwende nichts
Diese japanische Idee ist den älteren Generationen wohl bekannt und zurzeit wieder ein aktueller Slogan. Wie können wir Ressourcen schonen? Wie können wir besser mit dem Dingen umgehen? Antworten dazu gab es anfangs August. Und am 21. August standen nochmals die Quilts im Mittelpunkt. Die derzeitige Schau der 9. Quilt-Triennale neigt sich dem Ende entgegen. Die Ausstellung, die noch bis 14. September 2025 zu sehen ist, zeigt 45 zeitgenössische Quilt- und Textilkunstwerke.
Die Entstehung der Kunstform «Quilt» erstreckt sich von der funktionalen Decke bis zum autonomen Kunstwerk und ist äusserst beeindruckend. Unter dem Titel «Eisbär, ich möchte kein Eisbär sein, im warmen Polar» wird die Ausstellung hoch aktuell und politisch. Sieben Künstlerinnen aus der Slowakei gewannen in diesem Jahr die Auszeichnung der Nachwuchsquilter:innen für eine dreidimensionale Arbeit, die sich mit dem Zusammenhalt der Generationen beschäftigt.
Fragmente des Lebens
Und die Schweizerin Judith Mundwiler, Preisträgerin des Doris Winter-Gedächtnispreises 2018, erhielt die Anerkennung für Innovation im grossen Format für ihr Werk aus alltäglichen Papierabfällen «Fragmente des Alltags». Es ist ein Zeitdokument aus lauter Post-It-Zetteln mit leicht hingeworfenen Gedankenstützen. Der Doris Winter-Gedächtnispreis 2024 wurde auch in diesem Jahr zwischen zwei gleichwertigen Objekten geteilt, die sich beide mit den Auswirkungen von Gehirn-Erkrankungen beziehungsweise Gehirnüberlastungen auseinandersetzen: «Demenz – Versinken im Vergessen» von Christa Ebert (D) und «Kopflast» von Monika Sebert (D) berühren beide auf unterschiedliche Weise die Betrachtenden emotional.