
Gold-Maite ist auch eine Fussballlegende
Eine der ersten Frauen, die als fussballbegeistert sichtbar waren, ist die Schweizer Ski-Legende Marie-Theres Nadig aus Flumserberg. Die Ostschweizerin hat schon früh den Damenfussball geprägt.
«Maite» wurde sie im ganzen Land genannt, unsere «Gold-Maite». In den 1970er- und 1980er-Jahren dominierte sie den Frauen-Ski-Zirkus und stellte sich jeweils der allerstärksten Gegnerin: der Österreicherin Annemarie Pröll, später Moser-Pröll. 24 Weltcupsiege entschied Marie-Theres Nadig für sich, dazu die Gesamtwertung für die Saison 1980/81. Doch der grösste Gewinn war ihr Doppel-Olympiasieg in der Abfahrt und im Riesenslalom 1972 in Sapporo. Später kam in Lake Placid auch ein Bronze-Gewinn hinzu und Nadig ging vor ihrem Rücktritt als Ski-Legende in die Geschichte des Skisports ein. Als Trainerin des Liechtensteiner und später des Schweizer Damenskiteams reihte sie die grossen Erfolge ihrer Schützlingen hinzu.
Wer in den Flumserbergen aufwächst, der fährt natürlich Ski, doch nicht jede und jeder wird deshalb auch zum Skitalent. Und ganz sicher wird niemand einfach so Weltmeisterin oder Sportlerin des Jahres. Marie-Theres Nadig lernte während ihrer Karriere, auch Misserfolge einzustecken, immer wenn es ihr nicht so einfach lief, nach ihren grössten Erfolgen. Sie fand jeweils wieder ins Spiel und kam zu Siegen. Gefolgt von Pechsträhnen, manchmal auch krankheitsbedingt, dominierte sie ganze Ski-Saisons. Einer der grössten Ehren wurde ihr von der Internationalen Vereinigung der Ski-Journalisten (AUS) mit dem Skieur d’Or zuteil. Und doch, als sie 1981 vom Spitzensport zurücktrat, fehlte ihr schlicht die Motivation für ein weiteres hartes Training. Nadig als Bewegungsmensch gründete ihr eigenes Sportgeschäft in Flumserbrerg, das sie vom Einzelunternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandelte und noch heute als Präsidentin vertritt.
Marie-Theres Nadig hat nach ihrer persönlichen Karrierehöhepunkte auch Talente wie Marco Büchel, Birgit Heeb, Markus Foser oder Corinne Rey-Bellet zu Erfolgen geführt. Sie bügelte frühere Fehler der Verantwortlichen aus, welche die Nachwuchsarbeit vernachlässigt hatte. Nadig beendete ihre Trainerlaufbahn, nachdem das Team bei den Weltmeisterschaften 2005 ohne Medaillengewinn nach Hause fuhr. Ihre Verdienste und grossen Erfolge wurden ihr schliesslich mit der Freistellung «honoriert». Und wäre unsere «Gold-Maite» nicht jene Persönlichkeit, die sie ist, wäre sie wohl an solcher Behandlung zerbrochen.
Der Fussball ist vergleichbar zum Skisport. Auch hier reihen sich Erfolge und Misserfolge aneinander. Marie-Theres Nadig war früh als fussballbegeistert bekannt. Sie spielte an Wochenenden als einziges Mädchen mit älteren Knaben im Team. Als der damalige Präsident des FCZ, Edi Nägeli, sie in den Medien mit einem Fussball sah, überzeugte er sie, beim FC Zürich mitzuspielen. Sie bewies ihr Talent in verschiedenen Positionen, wirkte als Linker Flügel oder im Mittelfeld und trainierte regelmässig und mehrmals in der Woche bis zum Beginn der Skisaison. Die Doppel-Olympiasiegerin wurde am 7. Mai 1972 als Publikumsmagnet für die Länderspielpremiere auf Schweizer Boden gegen Frankreich im Basler Rankhof engagiert.
1977 wechselte sie in die Erste Liga zum Verein von Bad Ragaz, wo sie bis 1980 auch als Spielertrainerin fungierte. «Nadig verhalf dem Schweizer Frauenfussball in den 1970er- und 1980er-Jahren zur öffentlichen Sichtbarkeit. Ein Teil der Erfolge der Schweizer Frauenfussballteams gehört ganz klar ihr.
Quellen: Wikipedia/cfo
Bilder: keystone-sda und FC Zürich