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“Holz–Blech–Farbe” – Sonderausstellung der Teufener Kunstschaffenden Gret Zellweger “zom Ronde”

“Holz–Blech–Farbe” – Sonderausstellung der Teufener Kunstschaffenden Gret Zellweger “zom Ronde”

“Öseri Gret”, so wird sie in Ausser- wie in Innerrhoden gleichermassen genannt, wird heuer 70. Das Appenzeller Volkskunde-Museum Stein gratuliert “zom Ronde” und widmet der Teufener Kunstschaffenden Gret Zellweger eine Sonderausstellung mit dem Titel “Holz-Blech-Farbe”. Die Retrospektive gibt einen Einblick in Grets umfassendes und breit gefächertes Werk aus 35 Jahren als freischaffende Künstlerin. Diese Ausstellung ist bis zum 13. September zu sehen.

Die Möbelmalerei ihrer Anfangszeiten hat sie aufgegeben, geblieben ist davon die Kalligraphie. Ihr Markenzeichen sind jedoch die Holzschnitte, die sie stetig perfektioniert. Seit rund 15 Jahren ist für Gret das Arbeiten mit altem Blech wichtig geworden. Daraus erwachen Kühe und Geissen, Sennen, Streichmusikanten und Silvesterchläuse zum Leben. Die Natur und das Brauchtum des Appenzellerlandes dienen ihr als Vorlage. Das gilt seit kurzem auch für ihre Textilarbeiten

“Eigentlich begann ich mit meinem Kunsthandwerk 1962 an der Schweizer Heimatwerkschule in Richterswil, mit dem Besuch des ersten Kurses für Ornamentik und Malerei”, erinnert sich Gret Zellweger Darauf folgten weitere zahlreiche Kurse und Seminare. Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre lebte sie zwei Jahre in den USA, in den Staaten New York und Connecticut. In Connecticut, an der “Silvermine School of the Arts” erlernte sie diverse Drucktechniken, darunter den Holzschnitt. Die Zeit in den USA und die Reisen auf der ganzen Welt -Gret erkundete beispielsweise Vietnam vom Fahrradsattel aus- unterstreicht ihr Interesse an anderen, fremden Kulturen. Und doch ist die weltoffene Künstlerin tief im Appenzellerland verwurzelt. “Ich bin in Teufen zur Welt gekommen, lebe heute wieder hier und stelle eben hiesige Sujets dar, wie Hierigtanz, Streichmusik, Betruf, Alpfahrt, Silvesterchläuse oder den Säntis und seine benachbarten Bergfreunde im Alpstein”, erläutert Gret Zellweger. Das Appenzellerland mit seiner Natur, seinen Traditionen und seinem Brauchtum zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit “Ich liebe Traditionen so sehr, dass ich neue schaffen möchte”, ergänzt sie. Nicht nur zahlreiche Alpstein-Bergpanoramen tragen Gret Zellwegers Handschrift, sondern auch Tischsets in den Berggasthäusern des Alpsteins. “Gret ist die Hofkünstlerin des Bergwirte Vereins”, erklärt Roland Inauen, Kurator des Museums Appenzell.

Fantasie kommt Gret Zellweger wirklich nicht abhanden. Seit nun etwa 15 Jahren stehen bei ihr Blechfiguren und Skulpturen hoch im Kurs. Geissen, Kühe, Bless und Senn. Diese Figuren kommen irgendwie vertraut daher. “Ich habe meinen Stil, etwas anderes mache ich nicht. Ich will meine Ideen auf meine eigene Art und Weise umsetzen und ihnen einen Platz im “heute” geben”.

Neben ihrem künstlerischen Schaffen

setzte Gret sich während Jahren für die Belange der Lernenden beider Appenzell ein. Sie präsidierte die “Freizeitarbeiten-Ausstellung der Appenzeller Lehrlinge” von 1994 bis 2011 nicht nur, sondern brachte sie zur Hochblüte. Sie war 15 Jahre Vizepräsidentin des Gewerbeverbandes AR, ferner 13 Jahre parteiunabhängige Ausserrhoder Kantonsrätin. Wenige Appenzellerinnen und Appenzeller sind in beiden Halbkantonen gleichermassen als Einheimische anerkannt, so wie Gret Zellweger. Zu verdanken hat sie dies ihrer Offenheit und ihrer Kunst, primär aber ihrem Engagement für die Lehrlinge beider Appenzell. Das führte 2011 zu einer Einladung, die Gret noch heute mit grossem Stolz erfüllt: Als “äfachi” Bürgerin war sie Ehrengast an der Innerrhoder Landsgemeinde.

Hauptbild: Gret Zellweger zeigt ihre Werke

Gret Zellweger, eine der bekanntesten Kunstschaffenden des Appenzellerlandes, geboren 1945, ist mit vier Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof Farnbuel in Teufen aufgewachsen. Zeichnen und Malen gehörten schon seit früher Kindheit zu ihren Lieblingsbeschäftigungen Nach einem Praktikum auf einem Grossbetrieb im Waadtland absolvierte sie eine Verwaltungslehre bei der Post und wurde später die letzte Posthalterin auf der Schwägalp, bis zur Schliessung der dortigen Post 1970. Weitere zehn Jahre arbeitete sie dann am Fusse des Säntis für die Säntisbahn.

Das änderte sich jedoch 1980, genau vor 35 Jahren. Gret Zellweger machte sich als Kunstschaffende – zahlreiche Fachkurse, Auslandsaufenthalte und Reisen in ferne Länder waren vorausgegangen – in Teufen selbständig. Vier Jahre später erwarb sie jene Liegenschaft, in der sich noch heute ihre Kunstwerkstatt befindet.

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