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Imkertagung Schweiz: Ohne Bienen, Vögel und Insekten geht es nicht

Imkertagung Schweiz: Ohne Bienen, Vögel und Insekten geht es nicht

Wenn ein Syngenta-Pflanzenschutzexperte, Bio-Fachleute, Experten für Bienenzüchtung und ein Landwirt und Imker an der gleichen Veranstaltung über die gemeinsame Zukunft der Landwirtschaft und der Bienenhaltung referieren, ist dies gewiss speziell. Besonders ist auch, wie viele Gemeinsamkeiten sie fanden.

 

Wie sich Bestäuber und die Landwirtschaft ergänzen, war das Thema von Manfred Bötsch, ehemaliger Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft und weiterhin regionalpolitisch und landwirtschaftsthematisch aktiv. Anhand der Biodiversitäts-Abdrücke, auch in den Segmenten Bodenqualität, Tierhaltung, Wasserverbrauch, Klima, Forschung oder Technik, zeigte er anschaulich die Standpunkte der verschiedensten Beteiligten auf. Man müsse die Geschichte im Auge haben, um zu verstehen, wie sich alles verändert hat. Die Nutzfläche wurde bekanntlich seit den 1950er-Jahren auf drastische Weise minimiert. Verbote eignen sich nicht für ein Umdenken, Anreize aber. Die Forschung spielt dabei eine grosse Rolle, sowohl in der Technisierung, als auch im Pflanzenschutz und der Bodenbewirtschaftung. Lösungsansätze bietet die AP 2023: der Rückzug von 5 Wirkstoffen für 25 Produkte, die Förderung des Verzichts auf Herbizide, Akarizide und Insektizide oder die Förderung der Dauerkulturen per Bio-Norm.

Für ein gesundes Ökosystem

Dass es bei Ökoflächen nicht um Quantität geht, sondern um Qualität, zeigte Andreas Bosshard anhand von Projekten der «Vision Landwirtschaft» auf. Er sprach sich für ein Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie aus. Eine Landwirtschaft ohne Bienen hat keine Zukunft. Gerade darum müssen Imker und Landwirte verlässliche Partner sein. Als besondere Herausforderung sieht er die Reduktion der Ammoniakemmissionen. «Nur an nährstoffarmem Standort gedeihen seltene Arten», erklärte er. Michael Schade, Experte für biologischen Pflanzenschutz, zeigte auf, dass auch eine Firma, wie die Syngenta, seit Jahren am Umdenken ist. Er wies auf das Insektensterben und den Vogelschwund hin, was Auswirkungen auf die Honig- und Wildbienen hat. Er forderte ein Umdenken beim Konsumverhalten, ein Ausbalancieren des Schädlingsschutzes in der Landwirtschaft und ein nicht vollständiges Ausschöpfen des möglichen Ertrages zur Förderung der Biodiversität. Beat König, Seeländer Landwirt und Imker mit Fachausweis, bestätigte, mit dem Blick auf die Geschichte seines Betriebes, die Kernaussagen der vorherigen Referenten, gab aber zu, dass er nach der Imkerausbildung nicht mehr derselbe Bauer sei. «Durch die Ökologisierung der Landwirtschaft treffen sich die Landwirte und Imker aber wieder», sagte er, «denn alle profitieren schliesslich von einer intakten Umwelt».

 

Bild im Text: Referierten über die Bedeutung der Bienen für die Landwirtschaft: Manfred Bötsch (v.l.), Markus Wittmer, Michael Schade, Andreas Bosshard, Beat König und Mathias Götti.

kleines Bild: In der Pause wurde intensiv diskutiert, ganz rechts Andreas Bosshard, Vision Landwirtschaft.

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