In der Weihnachtsgeschichte hat nur eine Frau einen Platz

In der Weihnachtsgeschichte hat nur eine Frau einen Platz

Ist Weihnachten überhaupt auch eine Feier für Frauen? Die meisten Figuren sind nämlich männlichen oder allenfalls neutralen Geschlechts. Hätte in der Figur der Maria nicht eine Frau das Christkind gebären müssen, gäbe es wohl, in der für die Menschheit bedeutsamsten Geschichte, gar keine Frau.

Das weibliche Geschlecht wird in den Advents- und Weihnachtsgeschichten klar vernachlässigt. Weder das Christkind, noch Knecht Ruprecht, St. Nikolaus oder die heiligen drei Könige sind weiblichen Geschlechts. Und auch der, in der neueren Zeit weit verbreitete Weihnachtsmann, kommt selbstverständlich in männlicher Gestalt daher.

Mit Ausnahme der Mutter Gottes, sind die Charaktere und weihnachtlichen Gestalten also männlich oder allenfalls neutral. Nie ist von einer weiblichen Weihnachtsfigur die Rede. Schon die Kunde der baldigen Geburt wird von einem «männlichen» Engel überbracht.

Eine raue Stimme, eine männliche Gestalt, ein Bart, ein dicker Bauch und ein dementsprechende «königliche» Robe, zeigen klar, dass eine weibliche Weihnachtsfigur, halt einfach nicht passend wäre. Eine Weihnachtsfrau also, eine mit weissen, langen Haaren, eine ohne Bart, mit zarterer Gestalt, können sich viele nicht vorstellen.

Die Weihnachtscharaktere entsprechen also nicht den Prinzipien des Gender Mainstreamings. Ob es wohl daran liegen mag, dass eine Frau zu wenig stark wäre, um all die vielen Geschenke zu tragen und an die Kinder zu verteilen? Wäre eine Frau vielleicht zu schwach oder unfähig, eine tagelange Reise zu unternehmen, dabei den Sternen zu folgen und das frisch geborene Christkind zu begrüssen? Oder schiene eine alte und weisshaarige Frau weniger weise als ein Mann?

«Würde man die Thematik Weihnachten im Fokus des Gender Mainstreams gerecht betrachten, müsste es in der Weihnachtsgeschichte männliche und weibliche Figuren in ähnlicher Zahl haben. Doch es ist natürlich undenkbar, eine während 2000 Jahren überlieferte Geschichte, nach ganz neuen Kriterien zu betrachten – eine Geschichte, welche die Geschlechtergerechtigkeit in sich trägt.

Hätte aber nicht gerade die Geburt einer Erlöserin/eines Erlösers, eine gendergerechte Geschichte verdient? Immerhin sollte diese bedeutsame Ankunft doch alle Menschen auf der Welt betreffen. Eigentlich haben doch alle Menschen die Chance auf Erlösung und Gnade verdient. Wie gut nur, dass in der Figur der Maria doch immerhin eine Frau eine höchst zentrale Rolle spielen darf, auch wenn dies nur geschieht, weil Männer nun halt eben nicht Leben schenken können.

Bild: Die Weihnachtskrippe, wie sie in sämtlichen Überlieferungen dargestellt wird. Selbst Ochs und Esel sind männlichen Geschlechts.

Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie die Weihnachtsgeschichte mit klassischer Musik!

Liebe Leserinnen
Ich liebe das Weihnachtsfest und alles darum herum, selbst wenn ich mir wünschen würde, dass auch die Frauen eine grössere Rolle spielen. Die Botschaft aber ist mir natürlich trotzdem bewusst. Weihnachten ist das schönste aller kirchlichen Feste überhaupt. Und die Geburt des Christkindes und der Lebens- und Wirkensweg von Jesus haben Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Freuen wir uns an allem Guten und Schönen! Geniessen wir die Stunden mit unseren Familien und Freunden und seien wir dankbar, wie gut es uns in einem sicheren Land wie der Schweiz geht! 

Ich wünsche allen von Herzen frohe Weihnachtstage und viel Zuversicht für das neue Jahr!
Ihre Sarah

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