Nach Drill und Stress mögen es Männer fülliger

Nach Drill und Stress mögen es Männer fülliger

Wenn Männer im Militär ein Drilltraining absolvieren, ändert das ihren Frauengeschmack. Forscher haben eine Vermutung, warum das so ist.

In Arabien heisst es: «Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne.» Hierzulande, wo Schlankheit das vorherrschende Schönheitsideal ist, rufen solche Sätze eher Schmunzeln hervor. Doch englische Forscher haben nun ermittelt: Der Spruch offenbart weniger eine kulturelle als eine psychische Besonderheit. Demnach erwacht die Liebe des Mannes zur rundlichen Frau immer dann, wenn das Leben so hart wird wie in der arabischen Wüste.

Das Forscherteam um Carlota Batres von der University of St.Andrews rekrutierte 32 junge Männer, von denen sich 23 für zehn Tage einem anstrengenden, entbehrungsreichen und für sie ungewohnten Militärtraining unterziehen mussten. Während dieser Zeit legte man ihnen immer wieder weibliche Porträtfotos vor, aus denen sie die für sie attraktivsten auswählen sollten. Bei der neunköpfigen, nicht trainierenden Kontrollgruppe verfuhr man genauso.

Es zeigte sich, dass die unter militärischem Drill stehenden Männer sich deutlich öfter für ein Frauengesicht entschieden, das Merkmale für ein höheres Körpergewicht zeigte, also etwa ein runderes Kinn oder vollere Wangen. «Diese Vorliebe entwickelte sich in den ersten drei Tagen», erläutert Batres, «und verharrte dann auf diesem hohen Niveau bis zum Ende des Trainings». Wobei ja die Belastung durch ein Militärtraining noch erträglicher ist als der Stress, der etwa durch Hunger ausgelöst wird. «Man muss davon ausgehen, dass unter solchen verschärften Bedingungen die Vorliebe für vollere Gesichter noch grösser wäre», so die Psychologin.

Als Ursache für die wachsende Vorliebe fürs Runde vermutet Batres das Survival of the Fittest-Prinzip der Evolution: «Es macht Sinn für einen Mann, unter harten Bedingungen nach Fortpflanzungspartnern zu suchen, die besser ausgestattet sind, um Krankheit oder Hunger zu überstehen.» Und genau das signalisiert eine kurvige Frau mehr als etwa ein mageres Fashion-Modell.

Umgekehrt funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht. Batres liess auch acht Frauen das harte Militärtraining erleiden – und deren Vorlieben drifteten keineswegs in die rundliche Richtung. Was auch wieder evolutionstechnisch erklärbar ist, insofern Frauen von Natur aus in einem rundlichen Mann weniger einen Überlebenskünstler als einen gemütlichen Geniesser sehen, der in harten Zeiten Probleme bekommt.

Die Chancen von Männern a la Jonah Hill oder Danny de Vito steigen also nicht, wenn die Frau unter Stress steht. Sie müssen sich weiterhin anstrengen, wenn sie bei ihr landen wollen.

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