
Neues aus dem Theater Trouvaille St. Gallen
«*S isch einisch eine gsy–Mani Matter» heisst die neue Theater Trouvaille-Produktion, zu der die Vorbereitungen eifrig am Laufen sind. Wohl kein anderer prägte die Schweizer Mundartszene so nachhaltig wie Mani Matter. Seine Lieder sind zeitlos, was sich schon daran zeigt, dass seit rund 60 Jahren jede Schweizerin und jeder Schweizer Matters Textzeilen und Melodien auswendig kann.
Dabei sind seine Kompositionen in ihrer Einfachheit nur scheinbar banal, seine Texte oft hochphilosophisch und politisch. Dieses Jahr jährt sich Matters Geburtstag zum 90. Mal. Grund genug, sich ihm und seinem Werk zu widmen, und dabei neben Bekanntem auch weniger Bekanntes an den Tag zu befördern. Zu diesem Anlass konnte Matthias Flückiger die beiden Jazz-Musiker Ralph Hufenus (Kontrabass und Klavier) und Gabriel Meyer (Gitarrist, Kontrabassist und Klavier) gewinnen. «Das freut mich enorm und verleiht der musikalischen Seite einen zusätzlichen Reiz – auch für Nicht-Bern- und Schweizerdeutsch-Erprobte». Premiere ist am Donnerstag, 21. Mai 2026 um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellung gibt es im Mai, auch zwei weitere, im Juni sieben und im September ebenfalls zwei Vorstellungen.
Bereits sehr erfolgreich abgespielt ist Alberto & Caroline-Giacomettis letzte Muse von Wolfgang Schukraft und zwar am Freitag. 10. April und Sonntag, 12. April 2026. 1966 starb Alberto Giacometti (Tagblatt-Bericht vom Januar 2016) im Kantonsspital Chur. Dem Vernehmen nach, sassen zwei Frauen an seinem Sterbebett und stritten bis zuletzt um den weltbekannten Schweizer Künstler: Annette Giacometti, seine Frau, und Caroline Tamango, seine letzte Muse und Geliebte.
Nach Giacomettis Tod blieben Caroline einzig ein abgesessener Holzhocker und ein Flechtstuhl als Erinnerungsstücke. Als sie die beiden Gegenstände zurückgeben sollte, begqnn ihr leidenschaftlicher Kampf um beides. Diese Geschichte einer unvergleichlichen Liebe basiert auf realen Begebenheiten und bietet ein spannungsvolles Porträt Giacomettis. Es spielten Ute und Anja Hoffmann, Regie: Marco Luca Gastelli
«Unbedingt bei ‘James’ dabei sein», empfahl Matthias Flückiger vor der Aufführung. Es handelte sich um das einmalige Gastspiel «James» von Percival Everewains. Mark Twains Klassiker auf den Kopf zu stellen und Finn aus der Sicht des Sklaven Jim zu erzählen, ist der Genie-Streich des Autors Percival Everett. Das brachte ihm zurecht 2025 den renommierten Pulitzer Preis ein.
Die Schauspielerin Mona Petri und die drei Musiker Pascal Biedermann, Samuel Baur und Patrik Zeller fesselten die Besucherinnen und Besucher durch ihr Spiel. Ein Bühnenerlebnis, das unsere Sicht- und Denkmuster herausforderte, das man nicht verpassen wollte.Es ging am Samstag, 25. April über die Bühne.
Text: Elke Baliarda, langjährige Redaktorin
Bilder: Wikipedia