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Spitze des Gewerkschaftsbundes-Frauenfrage oder Vertretung aus der Romandie?

Spitze des Gewerkschaftsbundes-Frauenfrage oder Vertretung aus der Romandie?

Barbara Gysi, SP-Nationalrätin aus St. Gallen, oder Pierre-Yves Maillard, SP-Regierungsrat aus der Waadt? Beide weisen eine lange Gewerkschaftsgeschichte auf. Sie oder er wird heute neu an die Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) gewählt. Die Meinungen scheinen grösstenteils gemacht. Was auffällt: Viele Frauen wollen eine Frau an der Spitze – aber nicht alle.

Gysi oder Maillard? Die Antwort von Béatrice Stucki kommt wie aus der Pistole geschossen: «Ich werde Barbara Gysi wählen», sagt sie. Stucki arbeitet Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) und präsidiert den Gewerkschaftsbund der Stadt Bern und Umgebung. Warum will sie Gysi die Stimme geben? «Weil es nach so vielen Jahrzehnten mit Männern an der Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes Zeit für eine Frau ist.»

Die Art von Gysi passe ihr, sagt Stucki weiter. Sie sei nicht so hemdsärmlig wie Pierre-Yves Maillard. Und: Sie könnte die Frauen aus den typischen Frauenberufen wie der Pflege für die Gewerkschaft begeistern. Und auch besser vertreten, meint Lucie Waser von der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV). Gyisi sei schliesslich in drei Gewerkschaften dabei. «Sie kennt diese Welt der Frauenarbeit – von schlecht bezahlten Löhnen und miserablen Arbeitsbedingungen», sagt Waser. Die gleiche Meinung vertritt Valérie Borloz vom VPOD. Dass sie aus der Romandie stammt, hindert sie nicht daran, die Deutschschweizerin zu unterstützen.

Véronique Polito von der Unia sieht es umgekehrt. «Die Frage der Vertretung aus der Romandie ist nun für mich wichtiger zu gewichten als die Frauenfrage», sagt sie. Die Mehrheit der Gewerkschaften würde von Frauen geführt, jedoch fast keine Verbände auf nationaler Ebene von Vertretern aus der Romandie. Polito glaubt zudem, dass Maillard die Arbeiterinnen gut vertreten würde. «Er hat auch viel für die Frauen in seinem Kanton gemacht.»

Maillard könnte für die Arbeiterschaft grosse Siege erzielen – das glaubt Francine Zufferey von der Unia. Sie wähle ihn nicht in erster Linie als Romand, sondern als Persönlichkeit, sagt sie. Gysi und Maillard: Beide haben starke Befürworterinnen im Rücken. Am Samstag wird klar, wer den grösseren Support geniesst.

Bild: Barbara Gysi / Text: SRF

Hier finden Sie den Beitrag auf SRF!

“Sie kennt diese Welt der Frauenarbeit – von schlecht bezahlten Löhnen und miserablen Arbeitsbedingungen.”

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