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Sticken als Schicksal für Frauen und Männer

Sticken als Schicksal für Frauen und Männer

Noch bis Ende Oktober dauert  „iigfädlet“, die grosse Ostschweizer Textil-Ausstellung.  Acht Museen der Region betrachten unterschiedliche Aspekte zur hiesigen Textilgeschichte. Das Museum Prestegg  in Altstätten  hat sich der Geschichte „Grenzland – Jakob Rohner  und die Stickerei  im Rheintal“ verschrieben.  Integriert in die Ausstellung ist: „Frauen in der Stickerei im Rheintal“, ein Beitrag von IG Frau und Museum, einem langjährigen Mitglied des Netzwerkes ostschweizerinnen.ch.

Unter dem Titel „Sticken als Schicksal für Frauen und Männer“ lädt die IG Frau und Museum am 31. August, um 19.00 Uhr, zu einem Vortrag mit Dr. Heidi Witzig, Winterthur,  ins Museum Prestegg ein. Die Referentin greift  mit „Sticken als Schicksal für Frauen und Männer“ ein Thema auf, das für die Menschen  im Rheintal von lebenswichtiger Bedeutung war.

Für die kleinen Stickerei-Betriebe im Rheintal, in denen Frauen und Männer zusammenarbeiteten und ihre festen Rollen hatten, bestand damals nur dann eine Chance, wenn beide Partner  gut zusammen arbeiteten. Der erste Weltkrieg war für alle eine dramatische Zäsur. Im Rückblick kann nun auch aufgezeigt werden, wie Frauen und Männer mit diesem Schicksal  umzugehen hatten, ihm ausgeliefert waren und es zu bewältigen versuchten. Sie sind  gleichzeitig aber auch ein Beispiel  für viele Betriebe in der Schweiz, in denen Männer und Frauen zusammen das Leben bewältigten und für das Familieneinkommen aufzukommen hatten.

„ostschweizerinnen.ch“ hat Martha Beéry, Präsidentin IG Frau und Museum, zu weiteren Erläuterungen befragt.

IG Frau und Museum: Wer ist das? Was will sie?

„Die IG Frau und Museum wurde gegründet, weil  Frauen und deren Anteil am Leben und an der Gesellschaft in Museen nicht oder nur am Rande gezeigt wird. In unseren Statuten steht dazu: “Die IG Frau und Museum schafft eine Plattform, um die oft nicht gezeigte Geschichte, Realität, die Leistungen und die Einflussnahme der Frauen in der Gesellschaft, sowie das Verhältnis der Geschlechter zueinander, sichtbar  zu machen.. Sie will dadurch sowohl Ausstellungsmacher/innen und Vermittler/innen als auch Museumsbesucher/innen für frauen- und geschlechterspezifische Themen und Sichtweisen sensibilisieren“.

Wie ist der Verein dazu gekommen in Altstätten mitzumachen? Und was war der Grund dafür?

Barbla Jäger, die im Vorstand mitarbeitet, hat die Möglichkeit erhalten im Begleitkatalog „Iigfädlet“ einen Beitrag zu verfassen.  Ferner wurde sie  angefragt, ob die IG  Interesse hätte, einen Raum zum Thema Frauen in der Stickerei zu gestalten. Da haben wir freudig zugesagt, eine solche Möglichkeit ist ideal, um die Situation der Frauen in der Geschichte und in der Gesellschaft aufzuzeigen.

Wie ist der Verein in die Ausstellung  eingebunden?  Wie präsentiert er seine Ideen?  Mit Anschauungsmaterial?

Wir zeigen die Geschichte dieser kleinen Familienbetriebe, aber auch Aspekte zum Leben der Tochter von Jacob Rohner und der Mädchen, die in den Fabriken arbeiteten, auf. Dies an Tafeln, die an der Wand hängen. Daneben haben wir verschiedene Objekte gesammelt, die diese Geschichte sichtbar machen. Sie sind auf dem Tisch zu sehen.

Was bietet die IG sonst noch?

Die IG Frau und Museum ist mit den Frauenmuseen weltweit vernetzt und nutzt diese Möglichkeit, um auch im Ausland auf die Schweizerinnen und ihre Geschichte aufmerksam zu machen. Für das nächste Jahr ist eine Veranstaltung „Führung aus Frauensicht“ im Historischen und Völkerkundemuseum in St. Gallen geplant.

Bild zVg Urs Siegwart

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