Wir und der Krieg

Wir und der Krieg

Die aktuelle Ausstellung «Wir und der Krieg» im Landesmuseum Zürich zeigt, wie Kriege vom Spätmittelalter bis heute politische Strukturen, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Ordnung in der Schweiz beeinflusst haben. Der letzte kriegerische Konflikt in der Schweiz war vor mehr als 150 Jahren, der Sonderbundkrieg. Seither herrscht Frieden, und Kriege finden ausserhalb der Landesgrenzen statt. Die unbedingt besuchenswerte Ausstellung dauert bis zum 17. Januar 2027.

 

«Es heisst aber nicht, dass die Schweiz nicht von Kriegen betroffen war und ist. Die Spuren des Krieges sind in unserem Land überall zu finden und verstecken sich zum Teil mitten unter uns. So wurden beispielsweise, während des zweiten Weltkriegs, verschiedene Befestigungsanlagen in der Alpenregion gebaut. Das sogenannte Reduit diente dazu, dass sich die Armee im Falle eines Angriffs in die schwer zugänglichen Alpen zurückziehen sollte.

Auf dem Plakat zur aktuellen Ausstellung «Wir und der Krieg» ist eine Scheune in einer Hügellandschaft abgebildet. Doch was hat diese beschauliche Szene mit Krieg zu tun? Wohl auf den ersten Blick nicht viel. Zu diesem Plan gehört auch der Infanteriebunker auf dem Ratenpass im Kanton Zug. Er stammt von 1941 und funktionierte als Sperrstelle am Reduit-Eingang. Um den Bunker vor  feindlichen Angriffen zu schützen, ist er getarnt als Scheune, inmitten saftiger Wiesen.

Der Schweizer Fotograf Christian Schwager hat dieses und weitere «falsche Chalets» von 2001 bis 2003 in einer Serie dokumentiert. Auf dem Plakat der aktuellen Ausstellung steht der Bunker bildhaft für diffuse, aber andauernde Präsenz von Krieg. In den letzten Jahren ist der Krieg leider wieder stärker in unser Bewusstsein gerückt.

Text: Elke Baliarda, Redaktorin  /  Bild: Landesmuseum, Christian Schwager

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