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Schritt um Schritt führt eines ums andere über Zwischenstopps zum eigentlichen Ziel

Schritt um Schritt führt eines ums andere über Zwischenstopps zum eigentlichen Ziel

Kompliziert ist Erika Bigler beileibe nicht. Ist sie von einer Idee überzeugt, dann sucht sie Wege dafür, sie wahr zu machen. Mit ihrer Frauennetzwerkarbeit ist ihr dadurch Erstaunliches geglückt. Und weil frau nicht stehenbleiben kann und will, geht es nun in eine höhere Sphäre weiter. «Schritt um Schritt» – von der BALance, über die FrauenVernetzungsWerkstatt und deren virtueller Schwester ostschweizerinnen.ch bis zur DenkBar inmitten der Stadt St. Gallen, wie die Netzwerkerin erzählt.  

Immer wieder ist der Name von Marie-Louise Ries zu vernehmen, wenn Erika Bigler aus ihrer Geschichte erzählt. «Sie hat mich unglaublich inspiriert und ist im Laufe der Jahre zu einer meiner wichtigsten Wegbegleiterinnen geworden». Vermutlich war es auch sie, die letztlich die Basis für die Frauennetzwerkarbeit in der Ostschweiz legte – unbewusst und nicht selbst. Nein sie tat es durch reine Inspiration, welche die Arbeitspsychologin an die suchende Erika Bigler vor fast vier Jahrzehnten weitergab.

Eine Laufbahnberatung, speziell für Frauen

Der erste Wiedereinstiegskurs nach Mutterphase und Auslandaufenthalt war der Anfang des Weges.Ich erfuhr dabei, dass es gar nicht so einfach ist, als Frau und Mutter im Berufsleben wieder Fuss zu fassen, wenn man jahrelang abwesend war. Ich sog alles in mich auf, was die Gründerin von BALance Zürich mir erzählte. Sie riet mir auch, mich weiterzubilden und selbstständig zu machen. Das damalige Feuer trägt die Ostschweizerin noch immer in sich – nein, es entflammte sich im Laufe der Jahre gar immer mehr und soll sich zu einem Flächenbrand ausbreiten, über die Ostschweiz und immer weiter in die Welt hinaus.

Mit der Gründung von BALance netz St. Gallen schrieb Erika Bigler Geschichte. Das gab es vorher nicht: Eine Laufbahnberatung speziell für Frauen. Man erinnere sich, dass zur Gründungszeit im Januar 1989 noch immer die Meinung vertreten wurde, dass man den Beruf für ein ganzes Leben lang wählt, dass Frauen mit dem Kinderkriegen die Berufswelt verlassen und Mädchen die typischen Frauenberufe ausüben, so sie denn berufstätig sind. Und steigen Mütter nach Jahrzehnten allenfalls wieder ins Berufsleben ein, dann höchstens irgendwo als günstige Aushilfe und in Teilzeit.

Die Vernetzung für die Ostschweizer Frauen

Die Vernetzung mit anderen Alleinunternehmerinnen war ein weiterer Schritt, der zu einer Laufbahnberatung passt – und dies nicht nur um des reinen Austausches wegen, selbst wenn die Ostschweizer Netzwerkerin sich gern bei einem Kaffee entspannt (siehe Bild). «Gemeinsam geht es einfach leichter. Man kann lernen voneinander, sich gegenseitig motivieren und Synergien nutzen», ist Erika Bigler überzeugt. Die NEFU (DAS Netzwerk der Einfrau-Unternehmerinnen) war die Antwort darauf. Es wurde ein Jahr nach der Gründung der St.GallerFrauenNetzwerke ins Leben gerufen mit Auftritten an der OBA (Ostschweizer Bildungs-Ausstellung).

Die Geschichte über die erfolgeiche FrauenVernetzungsWerkstatt ist längstens bekannt. Bis 700 Frauen trafen sich später jährlich zum Austausch, Vernetzen, Lernen und zur Unterhaltung an der Universität St. Gallen.  «Vernetzen ist schön, doch nicht nur einmal im Jahr». Es stand das Kantonsjubiläum an, wofür nachhaltige Projekteingaben gemacht werden konnten. Im Mogelsberger Rössli fand eine VIP-Veranstaltung SG2003 statt – und die VIPs und auch die Teilnehmer(-innen) waren vorwiegend männlich. «Ein weiteres Schlüsselerlebnis», sagt Erika Bigler dazu.

Nachhaltige Vernetzung und Werkzeuge für Frauen

«Wenn frau Geld will, dann muss frau etwas dafür tun», so der Gedanke. Mit Netzwerkfrau Veronika Longatti Wepf wurde eine Projekteingabe gemacht. Erfolgreich! Der Gedanke schlummerte nämlich schon längst im Kopf. Die Geburt der virtuellen FrauenVernetzungsWerkstatt ostschweizerinnen.ch wurde eingeläutet – das wohl nachhaltigste aller Projekte von SG2003. Oder fällt jemandem noch ein anderes ein?

Erfolg ist das eine, die Zukunft das andere Ende der Fahnenstange. Erika Bigler ist keine Frau, die sich bis zum Tode an Ideen und Projekten festklammern und festfahren will. Nachfolgeregelungen sollen nämlich frühzeitig angegangen werden. In der Leitung und Organisation der FrauenVernetzungsWerkstatt ist Erika Bigler nicht mehr dabei. Das 15-jährige Präsidium von ostschweizerinnen.ch gibt sie definitiv ab und amtet künftig noch als Leiterin der Magazin-Redaktion. Schon vor zwei Jahren kündete die Mitgründerin das Ende ihrer Präsidentschaftszeit an, liess sich dann aber doch noch zweimal für das Weitermachen erweichen.

Ein denkbar inspirierender Ort im Herzen der Stadt

Wieder ist (noch) keine Nachfolgerin in Sicht. «Man muss den Weg frei machen, auch um andere sich entwickeln zu lassen», sagt sie, im Bewusstsein auch, dass ein weiteres Verbleiben ihren Abgang definitiv verunmöglichen würde. Die DenkBar steht nun im Fokus, ein Begegnungsort im Herzen der Stadt St. Gallen, ein inspirierender Raum für (Mann und) Frau. Ein Ort mit ausgefallenem Ambiente für Gast und Geist, ein Raum zum Entfalten, einer mit denkbar mehr Kultur. Noch werden dafür Gelder gesucht, doch der Raum ist bereits da und wurde mit erfolgreichen Info-Veranstaltungen eingeweiht. Die SVP-Regierungskandidatin Esther Friedli war ein erster Gast. «Eine spannende Frau», sagt Co-Präsidentin Erika Bigler. Die DenkBar soll ein Raum nicht nur für Linke sein, brauche es doch viele Kräfte und Gedanken, um etwas Gutes aufzubauen.

Aus der Geschichte der DenkBar
Die Idee DenkBar wurde von einer Gruppe von Frauen aus dem Netzwerk 49+ auf Initiative von Erika Bigler, Inhaberin von BALance netz St. Gallen, im November 2007 ins Leben gerufen. Die DenkBar soll ein Begegnungsort werden, wie ihn die St. Galler Innenstadt bisher noch nicht kennt.

Das Angebot ist nicht allein kulinarischer Herkunft, sondern auch kulturelle Genüsse werden serviert. Es soll ein Ort werden, der für ein entsprechendes Ambiente zum Gedankenaustausch, Kultur und Bildung anregt. Das Angebot richtet sich hauptsächlich, aber nicht ausschliesslich, an Frauen. Zudem schafft die neue Gaststätte Teilzeitarbeitsplätze für Frauen im Alter von 49+.

Die Idee wird mit der Trägerschaft einer Genossenschaft, die am 12. Dezember 2012 gegründet worden ist, umgesetzt, wobei die Genossenschafterinnen nicht nur die finanziellen Mittel für die Umsetzung des Projektes zur Verfügung stellen, sondern sich auch als Gastgeberinnen und Gesprächspartnerinnen verstehen.

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