Gendergerechte Beschilderungen – Genf macht es vor!

Gendergerechte Beschilderungen – Genf macht es vor!

Schweizer Städte wollen genderneutraler werden. Genf macht den Anfang und beschildert die Hälfte der Verkehrsschilder an Fussgänger(innen)übergängen neu. Ziel sei es, aufzuzeigen, wie sich die Gesellschaft entwickle und wie es um die Stellung der Frau stehe, so Stadtpräsidentin Sandrine Salerno (SP).


Letztes Jahr wurden zum 25-jährigen Jubiläum der Pride in Zürich farbige Markierungen, Aufkleber und Signalisationen eingesetzt und die öffentlichen Verkehrsmittel und Gebäude wurden beflaggt. Signalisationsänderungen würden allerdings gesetzliche Grundlagen erfordern, so Anja Derungs, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung in der Stadt. Dennoch betrachte man die geschlechtergerechte Gestaltung des öffentlichen Raums als wichtigen Aspekt zur Förderung der Gleichstellung. Mehr Benennungen von Strassen nach Frauen wäre unter anderem ein Ziel. In Neu-Oerlikon hat man dies gemacht und damit Sophie Taeuber-Arp und Margrit Rainer geehrt.

In Aarau hat man vor vier Jahren die neue  Zufahrtsstrasse zur Notfallaufnahme des Kantonsspitals nach der gebürtigen Aargauerin Marie Heim-Vögtlin benannt, dies zum Anlass des 100. Todestages der ersten Ärztin in der Schweiz. Man möchte dies vermehrt machen, stellt aber dennoch klar, dass die meisten Strassen bereits benannt wurden und eine Umbenennung Probleme schaffen könne. Luzern will ebenfalls vermehrt historischen Frauen mit der Neubenennung von Strassen ein Zeichen setzen. Doch über ähnliche Ideen, wie jener von Genf, denkt man noch nicht nach.

Bern und St. Gallen halten sich bei ständigen Signalen an die Vorgaben der eidgenössischen Signalisationsverordnung, wobei man in Bern momentan an einer Überarbeitung der Signalisation wirkt. Auf den temporären Signalen mit orangem Hintergrund soll jedenfalls nicht mehr nur der Mann mit Hut auf Strassenübergänge oder Umleitungen hinweisen, sondern andere Verkehrsteilnehmende wie Kinder, Senioren oder Rollstuhlfahrerinnen. Am wichtigsten aber sei, dass auch in Zukunft die Aussagen der Signale weiterhin klar verstanden würden.

Bild: Genf

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